Klassikzeit: Entdeckungen aus dem frühen 20. Jahrhundert

Es gibt sie immer wieder: lohnenswerte Entdeckungen und dies aus allen Epochen der Musikgeschichte. In der Klassikzeit stellen wir vier Raritäten von weniger bekannten Komponisten des ersten Viertels des 20. Jahrhunderts vor.

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In der Zeit, als die Zwölftonmusik neueste Wege beschritt, gab es Komponisten, die eher den traditionellen Klangvorstellungen nachgingen und dabei Bemerkenswertes schufen. Auch wenn sie von der nachfolgenden Generation so gut wie oder gar nicht mehr gespielt wurden, enthalten diese Werke oft herrliche Musik, die es wiederzuentdecken lohnt.

Vier aktuelle CD-Veröffentlichungen mit Werken des frühen 20. Jahrhunderts stellen wir in der Klassikzeit vor:

Henri Marteau: Violinkonzert – Deutsche Radio Philharmonie, Ltg. Raoul Grüneis, Nicolas Koeckert, Viline (Solo Musica) – Der Dirigent Grüneis hat ausgehend von der Klavierreduktion der verschollenen Originalpartitur diese Fassung erstellt. In jeder Hinsicht lohnend! Der Franzose Marteau zeigt sich hier als ein der deutschen Spätromantik verpflichteter Komponist, der dem Solisten (Marteau war selber ein vorzüglicher Violinvirtuose) alles abverlangt.

Franz Schreker: Ouvertüren und Lyrische Gesänge – Deutsche Philharmonie Rheinland-Pfalz, Ltg. Christopher Ward (Capriccio) – Der neue Generalmusikdirektor des Theater Aachen lässt uns die Musik des von den Nazis verbotenen Franz Schreker wiederentdecken. Dabei stellt Ward die Ouvertüren in den Mittelpunkt dieser auch vom Klangbild her sehr gelungenen CD.

Wilhelm Stenhammar: Symphonie Nr. 2 und Serenade – Göteborger Symphoniker, Ltg. Herbert Blomstedt – (BIS) – Eine weitere CD des Göteborger Orchesters mit Werken des schwedischen Komponisten, der ganz in der Tradition Bruckners und Wagners steht. Wieder einmal zeigt sich die Kunst dieses postromantischen Meisters. Blomstedt geht die Werke mit großem Respekt und sehr viel Einfühlungsvermögen an.

Erich Wolfgang Korngold: Das Wunder der Heliane – Theater Freiburg, Ltg. Fabrice Bollon (Naxos) – Vor eineinhalb Jahren begeisterte die Flämische Oper mit dieser Repertoire-Rarität. Auch in Berlin und Freiburg wurde „Das Wunder der Heliane“ wieder aufgeführt. Jetzt liegt die Gesamteinspielung der Freiburger Produktion vor.

I. Allegro energico aus der Symphonie Nr. 2 in G-Moll Op. 34
(W.Stenhammar)
Gothenburg Symphony
Ltg. Herbert Blomstedt
BIS

III. Finale – Rondo allegro non fuoco, ma non troppo aus dem Violinkonzert
C-Dur Op. 18
(H.Marteau)
Deutsche Radio Philharmonie
Ltg. Nicolas Koeckert
SOLO MUSICA

Symphonische Ouvertüre zu „Ekkehard“
(F.Schreker)
Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz
Ltg. Christopher Ward
CAPRICCIO

Akt III: Zwischenspiel (Interlude) aus „Das Wunder der Heliane“ Op. 20
(E.W.Korngold)
Philharmonisches Orchester Freiburg
Ltg. Fabrice Bollon
NAXOS

Hans Reul

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