Klassikzeit: Zum Tod von Krzysztof Penderecki

Mit Krzysztof Penderecki ist am 29. März eine der herausragenden Persönlichkeiten der Musik des 20. und frühen 21. Jahrhunderts gestorben. Penderecki wurde 86 Jahre alt. Einem breiteren Publikum wurde der polnische Komponist mit seiner Musik zu den Filmklassikern „The Exorcist“ und „Shining“ bekannt.

Krzysztof Penderecki bei einem Konzert im November 2011 in Peking (Archivbild: Diego Azubel/EPA)

Krzysztof Penderecki bei einem Konzert im November 2011 in Peking (Archivbild: Diego Azubel/EPA)

Der 1933 geborene Penderecki wuchs in einem musikaffinen Umfeld auf. Schon früh erhielt er Violin- und Klavierunterricht und studierte später Komposition an der Krakauer Staatsakademie. Seine Durchbruch als Komponist konnte er 1959 feiern, als er anonym drei Werk beim Wettbewerb polnischer Komponisten einreichte und alle drei Preise gewinnen konnte.

Sein Werk war bei Kollegen und Kritikern nicht unumstritten. Penderecki, der einst die Avantgarde mit anführte und die postserielle Musik mitentwickelte, wandte sich später der tonaleren Klangsprache zu. Man unterstellte ihm, allzu leichte und schnelle Effekte erzielen zu wollen. Manch einer neidete ihm auch seine vorzügliche Virtuosität in Sachen Orchestersprache.

In vielen seiner Werke versuchte er die grausamsten Menschheitsverbrechen in Musik zu fassen. So komponierte Penderecki ein „Oratorium zum Gedächtnis der Opfer von Auschwitz“ und sein Werk „Threnodie“ ist den Opfern von Hiroshima gewidmet. Auch spielte sein tief empfundener und gelebter Glaube eine wichtige Rolle in seinem Schaffen.

Einem breiten Publikum wurde Penderecki, eher unbewusst, durch seine Filmmusiken bekannt. So griffen Regisseure wie William Friedkin für „Der Exorzist“, Stanley Kubrick für „Shining“, Peter Weir für „Fearless“ und Martin Scorsese für „Shutter Island“ auf Musik von Penderecki zurück.

O gloriosa virginum
(K.Penderecki)
Liliana Pociecha, Sopran
Szczepan Kosior, Tenor
Polish Radio Choir, Krakow
Ltg.Herman Engles
PHAEDRA

Lacrimosa aus „Polnisches Requiem“
(Kpenderecki)
Ingrid Haubold, Sopran
NDR-Chor, Chor des Bayerischen Rundfunks
NDR-Sinfonieorchester
Ltg.Krzysztof Penderecki
DGG

Allegro ma non troppo / Allegro vivace aus dem Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 „Metamorphosen“
(K.Penderecki)
Anne-Sophie Mutter, Violine
London Symphony Orchestra
Ltg. Krzysztof Penderecki
DGG

Si oblitus fuero tui, Jerusalm – Sumphony Nr. 7
(K.Penderecki)
Warsaw National Philharmonic Choir and Orchestra
Ltg. Wit
NAXOS

Dream of Jacob
(K.Penderecki)
Nationales Symphonieorchester des Polnischen Rundfunks
Ltg. Krzysztof Penderecki
EMI

Auszug aus „Threnody“
(K.Penderecki)
Nationales Symphonieorchester des Polnischen Rundfunks
Ltg. Krzysztof Penderecki
EMI

I.Allegro moderato aus dem Sextett für Klarinette,Horn, Streichertrio und Klavier
(K.Penderecki)
Ensemble Kheops
FUGA LIBERA

Andante con moto / Tempo primo aus dem Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 „Metamorphosen“
(K.Penderecki)
Anne-Sophie Mutter, Violine
London Symphony Orchestra
Ltg. Krzysztof Penderecki
DGG

Hans Reul

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