Klassikzeit: Zum Tod des belgischen Komponisten Frédéric Devreese

Devreese war der Vater der belgischen Filmmusik. So schrieb er die Musik zu Filmen von André Delvaux und Marion Hänsel. Aber Devreese hat auch ein reichhaltiges Werk für Orchester, Kammermusik und Klavier hinterlassen. Am 28. September ist Frédéric Devreese gestorben. Er wurde 91 Jahre alt.

Frédéric Devreese fühlte sich in allen Genres wohl. Für ihn war es genauso wichtig, ein umfangreiches Klavierkonzert wie einen kleinen Walzer oder Filmmusik zu komponieren. Immer ging er mit der gleichen Begeisterung und Ernsthaftigkeit ans Werk.

Devreese hat für zahlreiche Filme von André Delvaux die Musik komponiert, aber auch für Marion Hänsel und Hugo Claus.

Geboren wurde Frédéric Devreese 1929, sein Vater Gottfried (Direktor des Konservatoriums Mechelen) war sein erster Lehrer. Später setzte er die Studien in Brüssel, Wien (unter anderem bei Hans Swarowski) und Rom fort. 1958 wurde er vom Flämischen Rundfunk (BRT) als Musikalischer Berater für die Sendungen zur Weltausstellung verpflichtet.

Devreese wurde zu einer der prägenden Persönlichkeiten des belgischen Musiklebens, sei es als Komponist, Dirigent oder Förderer junger Talente. Dies lag ihm besonders am Herzen.

Zu seinen bedeutendsten Orchesterwerken zählen sein Klavierkonzert Nr. 1 aus dem Jahr 1949 (sogleich mit dem Preis der Stadt Ostende ausgezeichnet), sein Viertes Klavierkonzert (Pflichtwerk beim Finale des Königin-Elisabeth-Wettbewerbs 1983) oder sein Violinkonzert.

Sein berühmtestes Ballett ist „Gemini“, das er auch als Suite für verschiedene Kammermusikbesetzungen veröffentlichte. Am 28. September ist Frédéric Devreese im Alter von 91 Jahren gestorben.

Overture
aus „Gemini“ for large orchestra
(F.Devreese)
BRTN Philharmonic Orchestra
Ltg.: Walter Gillessen
Cyprès

Andante – Allegro
aus „Gemini“ Piano Concerto Nr.1
(F.Devreese)
Daniel Blumenthal, Piano
BRTN Philharmonic Orchestra
Ltg.: Georges Octors
Cyprès

Tango
aus Movie Tracks Suite „Benvenuta“
(A.Delvau/F.Devreese)
Soledad
Virgin Classics

Concertina Waltz
aus Movie Tracks Suite „Les noces barbares“
(M.Hänsel/F.Devreese)
Philip Catherine, Guitar
Soledad
Virgin Classics

Serenade
Finale: Allegro con brio
aus „Concertofor violin and orchestra“,
(F.Devreese)
Henri Raudales, Violin
New Flemish Symphony Orchestra
Ltg.: Dirk Brosse
Sony

Dance of the twins
aus „Gemini“ Suite for double orchestra
(F.Devreese)
BRTN Philharmonic Orchestra
Ltg.: Fernand Terby
Cyprès

Sketches
Caricatures
Chorale
Masks
aus „James Ensor Suite“
(F.Devreese)
Alfama Quartet
Kalidisc

Hans Reul