Klassikzeit: Die Musik des frühen 17. Jahrhunderts in England und Deutschland

William Byrd und Thomas Morley zählten zu den bedeutendsten Musikern Englands des frühen 17.Jahrhunderts. Ihr Schaffen umfasst neben der geistlichen Musik auch zahlreich Songs und Instrumentalwerke. In Deutschland waren Hans Leo Hassler, Michael Praetorius und Heinrich Schütz die herausragenden Komponisten der Zeit.

Orgel (Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / Péter Gudella)

Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / Péter Gudella

William Byrd (1543 bis 1623) war Schüler von Thomas Tallis gewesen. Mit ihm teilte er sich seit 1572 das Organistenamt in der Chapel Royal in London. Neben einem sehr umfangreichen geistlichen Werk schuf er auch Sonets, Songs und Werke für Tasteninstrumente.

Thomas Morley (1557 bis 1602) war seinerseits Schüler von Wiliam Byrd. Auch er war Organist und vor allem Sänger an der Chapel Royal. Besondere nachhaltige Bedeutung haben Morleys Madrigale in englischer Sprache.

Hans Leo Hassler (1564 bis 1612) erhielt ersten Unterricht von seinem Vater, ging dann mit 20 Jahren nach Venedig zur Ausbildung bei Andra Gabrieli. Unter dessen Einfluss ist Hasslers Orgelwerk geprägt von der Stilwende der späten Renaissance-Polyphonie zur venezianisch-frühbarocken Klangentfaltung. Seine zahlreichen Liedsätze weisen eine eher schlichte Homophonie auf.

Michael Praetorius (1571 bis 1621) ist dem breiten Publikum bekannt durch seinen Satz des Weihnachtsliedes „Es ist ein Ros entsprungen“. Praetorius hinterließ zahlreiche geistliche Werke (Messen und Lieder), Tänze und musikwissenschaftliche Abhandlungen.

Heinrich Schütz (1585 bis 1672) erhielt seine Ausbildung bei Giovanni Gabrieli in Venedig. Seine Kompositionen stehen in ihrer kontrapunktischen Ausrichtung eindeutig in der Tradition der niederländischen Schule des 16. Jahrhunderts. Viele Jahre wirkte Schütz am Hofe der Kurfürsten von Dresden und schuf ein sehr umfangreiches Werk vornehmlich geistlicher Musik.

Galliard (in F) BK 60b
(W.Byrd)
Andreas Staier, Cembalo
TELDEC

Kyrie eleison
(W.Byrd)
Stile Antico
HARMONIA MUNDI

Though Amaryllis dance in green
(W.Byrd)
Andreas Scholl, Contre-Tenor
Concerto di Viole
HARMONIA MUNDI

The frog Galliard
(T.Morley)
La Caccia
Ltg. Patrick Denecker
RICERCAR

Aprill is in my Mistris face
(T.Morley)
The Hilliard Ensemble
Ltg. Paul Hillier
EMI

Mein Gmueth ist mir verwirret
(H.L.Hassler)
Ensemble PER-SONAT
Ltg. Sabine Lutzenberger, Mezzosopran
BR KLASSIK

Canzon
(H.L.Hassler)
Gustav Leonhardt, Claviorganum & Cembalo
ALPHA

Es ist ein Ross entsprungen
(M.Praetorius)
Bernard Foccroulle, Orgel
Choeur de Chambre de Namur
Ricercar Consort
Ltg. Philippe Pierlot
RICERCAR

Ballet des Amazones / La Rosette / La Bourée / Courante aus „Suite extraite de Terpsichore Musarum“
(M.Praertorius)
Les Corsaires du Roy
Ltg. Elsa Frank
RICERCAR

Angelus ad pastores ait
(S.Scheidt)
La Fenice / Ricercar Consort und Solisten
Ltg. Philippe Pierlot
RICERCAR

Domine, labia mea apreries (Symphoniae Sacrae I)
(H.Schütz)
Barbara Borden, Sopran
Dougas Nasrawi, Tenor
Concerto Palatino
RICERCAR

Herr, wenn ich nur dich habe SWV 280
(H.Schütz)
Vox Luminus
Ltg. Lionel Meunier
RICERCAR

Herr, nun lässest du deinen Diener in Friede fahren, SWV 281
(H.Schütz)
Vox Luminus
Ltg. Lionel Meunier
RICERCAR

Hans Reul