Klassikzeit: Joseph Haydn – Der Vater der Wiener Klassik

Man nennt ihn auch gerne "Papa Haydn". Joseph Haydn ist der erste – danach folgen Mozart und Beethoven - der drei großen Vertreter der Wiener Klassik. Seine Bedeutung in der Entwicklung der Sinfonien und Streichquartette kann nicht hoch genug bewertet werden. In der Klassikzeit lassen wir das Leben Haydns anhand einiger markanter Werke Revue passieren.

Büste von Joseph Haydn im Haydn-Haus im österreichischen Eisenstadt

Büste von Joseph Haydn im Haydn-Haus im österreichischen Eisenstadt (Bild: Barbara Gindl/EPA)

Geboren 1732, wird sein musikalisches Talent von früh auf gefördert. Dies führt ihn als Knabe an die Domsingschule Wiens. Die Ausbildung umfasst Gesang, Streich- wie Tasten- und Blasinstrumente. 1749 muss er aufgrund des einsetzenden Stimmbruchs die Schule verlassen.

Nach ersten Gehversuchen als freischaffender Musiker werden die Fürstenhäuser auf ihn aufmerksam. Haydn arbeitet ab 1756 für den Baron Fürstenberg, ein Jahr später engagiert ihn der Graf Morzin und 1761 kommt er zur Familie Esterhazy, die im österreichischen Kulturleben eine wichtige Rolle spielt. Hier wird er den verschiedenen Fürsten Esterhazy bis 1790 dienen. Danach folgten für den wieder frei schaffenden Joseph Haydn unter anderem wichtige Aufträge aus Paris und London. Er stirbt 1809 in Wien.

Joseph Haydn hat insgesamt über 1.000 Werke komponiert. Darunter 104 Symphonien und 68 Streichquartette.

Zu seine wichtigsten Symphonien zählen die so genannten Sturm- und Drang-Sinfonien. Die 19 Symphonien sind während der Jahre 1766 bis 1773 auf Schloss Esterháza entstanden. Hier schafft sich Haydn seine eigene Klangwelt und Form, in der barocke und frühklassische Elemente sich auf ungewöhnliche Weise miteinander vermischen. Für Paris komponiert Haydn 1786 – 1786 sechs Symphonien (unter anderem „Das Huhn“ und „Der Bär“) und für London entstehen zwischen 1792 und 1795 seine zwölf letzten Symphonien (unter anderem „Die Uhr“, „Mit dem Paukenschlag“).

Insgesamt komponiert Haydn 68 Streichquartette, denen die Verleger Beinamen geben wie das Sonnenquartett, die Russischen Quartette oder das Jungfrauenquartett.Haydn führt die Form des Streichquartetts zur Vollendung.

Außerdem komponierte Haydn 24 Opern und mehrere Oratorien. Die beiden wichtigsten sind „Die Schöpfung“ (1798) und „Die Jahreszeiten“ (1801).

III. Allegro aus dem Konzert für Trompete in Es-Dur Hob. VIIe/1
(J.Haydn)
Maurice André, Trompete
Philharmonia Orchestra
Ltg. Riccardo Muti
EMI

I. Adagio – Allegro aus der Symphonie Nr. 6 in D-Dur „Le Matin“
(J.Haydn)
The Academy Of Ancient Music
Ltg. Christopher Hogwood
L‘OISEAU LYRE

Menuetto aus dem „Trio Nr. 1 in D-Dur“
(J.Haydn)
Barthold Kuijken, Querflöte
Sigiswald Kuijken, Violine
Wieland Kuijken, Cello
ACCENT

Adagio – Nr. 45 in Fis-Moll Hob.I:45 „Abschiedsmelodie“ aus „Die Sturm und Drang“ Symphonies
(J.Haydn)
Orchestra Of The Age Of Enlightenment
Ltg. Frans Brüggen
PHILIPS

Una donna come me aus „Il mondo della luna“
(J.Haydn)
Anne Sofie von Otter, Mezzosopran
The English Concert
Ltg. Trevor Pinnock
ARCHIV

4. Finale. Presto aus dem Streichquartett Es-Dur Op. 50 Nr. 3
(J.Haydn)
Tokyo String Quartet
DGG

1. Allegro spiritoso aus der Symphonie Nr. 83 in G-Moll Hob. I:83 „Die Hennen“
(J.Haydn)
Academy Of St. Martin In The Fields
Ltg. Sir Neville Marriner
PHLIPS

2. Rondo. Presto aus der Klaviersonate in C Hob. XVI:48
(J.Haydn)
Nikita Magaloff, Klavier
PHILIPS

2. Andante aus der Symphonie Es-Dur Hob. I:94 „Surprise“
(J.Haydn)
Orchestra Of The 18th Century
Ltg. Frans Brüggen
PHILIPS

2. Andante aus der Symphonie in D-Dur Hob. I:101 „Die Uhr“
(J.Haydn)
Orchestra Of The 18th Century
Ltg. Frans Brüggen
PHILIPS

Singt dem Herren, alle Stimmen! – Dritter Teil aus „Die Schöpfung“
(J.Haydn)
Chicago Symphony Chor und Solisten
Chicago Symphony Orchestra
Ltg. Sir Georg Solti
DECCA

Hans Reul