Klassikzeit: Karneval in Wien, Prag, Rom und die Commedia dell’arte

Der Karneval und die Comedia dell‘arte haben schon immer die klassischen Komponisten fasziniert. Wir stellen einige der schönsten Beispiele vor.

"Pulcinella" beim Karneval von Venedig (Archivbild: Andrea Merola/Ansa/AFP)

"Pulcinella" beim Karneval von Venedig (Archivbild: Andrea Merola/Ansa/AFP)

Was haben Igor Strawinsky und Robert Schumann gemeinsam? Beide haben sich auf sehr unterschiedliche Art und Weise der Figuren der Commedia dell’arte angenommen.

Robert Schumann lässt die Personen der Commedia in seinem „Carnaval“ auftauchen: Pierrot, Arlequin, Panatalon und Colombine.

Igor Strawinsky widmet der Figur des Pulcinella ein ganzes Ballett. 1917 lernte er „ihn“ während einer Italien-Reise in Neapel kennen: „Picasso, Diaghilev und ich waren tief beeindruckt von der Commedia dell’arte. Der Pulcinella war ein großer betrunkener Tölpel und jede seiner Bewegungen, wahrscheinlich auch jedes Wort, wenn ich es verstanden hätte, wäre obszön“. Ausgehend von einer Musik Pergolesis schuf Strawinsky ein abendfüllendes Ballett über Pulcinella.

Außerdem erleben wir den römischen Karneval mit Hector Berlioz, den Prager Karneval mit Friedrich Smetana und Antonin Dvorak und einen Faschingsschwank aus Wien mit Robert Schumann.

Le Carnaval romain
(H.Berlioz)
Orchestre symphonique de Montréal
Ltg.: Charles Dutoit
Decca

– Tarantella
– Andantino: ‚Se tu m‘ami‘
– Allegro
– Gavotta con due variazioini
– Vivo
– Tempo di minuetto: ‚Pupillette, fiammette d‘amore“
– Allegro assai
aus „Pulcinella“²
(I.Strawinsky)
Anna Caterina Antonacci, Sopran
Pietro Ballo, Tenor
William Shimell, Bass
Royal Concertgebouw Orchestra
Ltg.: Riccardo Chailly
Decca

– Préambule
– Pierrot
– Arlequin
– Valse noble
aus „Carnaval“, op.9
(R.Schumann)
Mitsuko Uchida, Klavier
Philips

Sehr lebhaft
aus „Faschingsschwank aus Wien“, op.26
(R.Schumann)
Klara Würtz, Klavier
Brilliant Classics

Prager Karneval
(B.Smetana)
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Ltg.: Rafael Kubelik
DGG

Carnival, oop.92
(A.Dvorak)
Tschechische Philharmonie
Ltg.: Karel Ancerl
Suprahon

Hans Reul