Klassikzeit: Tschaikowski und Shakespeare

Peter Iljitsch Tschaikowski war unbestritten einer der bedeutendsten russischen Komponisten des 19. Jahrhunderts; dabei gehörte er nicht der bekannten "Gruppe der Fünf" um Nikolai Rimski-Korsakow und Alexander Borodin an, sondern orientierte sich in seinen Kompositionen eher am westlichen Stil der europäischen Romantiker.

Tschaikowski (Porträt von Nikolai Kuznetsov)

Tschaikowski (Porträt von Nikolai Kuznetsov)

Peter Tschaikowski hatte schon immer einen Hang zum Theatralischen und Dramatischen; da verwundert es nicht, dass er sein Leben lang eine große Bewunderung für einen der bedeutendsten Dramatiker der Geschichte hegte: William Shakespeare. Unter dessen insgesamt 38 Dramen hat Tschaikowski sich die drei seiner Meinung nach bedeutendsten herausgesucht und als Konzertouvertüren für großes Sinfonieorchester vertont: „Hamlet“, „Der Sturm“ und „Romeo und Julia“. Dabei herausgekommen sind einige der schönsten musikalischen Momente der Romantik.

In der aktuellen Klassikzeit stellen wir außerdem eine Komposition Tschaikowskis für Violoncello und Orchester vor: die „Variationen über ein Rokoko-Thema“. Dieses Werk hat zwar keinerlei Verbindung zu Shakespeare, dafür passt es aber perfekt in eine Sendung während der ersten Woche des prestigeträchtigen Königin-Elisabeth-Wettbewerbs für Cello, der derzeit in Brüssel ausgetragen wird.

Patrick Lemmens