Nachdem in Lüttich während vielen Jahren kein Ballett mehr gegeben worden war, bahnt sich dieses Genre des Musiktheaters langsam aber sicher wieder einen Weg ins Opernhaus. Nach "Romeo und Julia“ von Sergei Prokofjew in der Saison 2023-24 und „Giselle“ von Adolphe Adam in der vergangenen Spielzeit steht diesmal ein relativ junges Werk aus dem Jahr 1978 auf dem Programm der Lütticher Oper.
Für sein Ballett "Die Kameliendame“ nach dem gleichnamigen Roman von Alexandre Dumas dem Jüngeren hat der amerikanische Choreograf John Neumeier ausschließlich Musik von Frédéric Chopin ausgewählt. Dementsprechend spielt das Klavier eine herausragende Rolle in dieser Produktion, da Chopin fast ausschließlich für das Klavier komponiert hat.
Die Ausführenden sind die Mitglieder der renommierten Kompanie "Hamburg Ballett“, die auf ihrer Tournee nach Lüttich auch ihren eigenen Dirigenten mitgebracht haben, den Finnen Markus Lehtinen. Im Interview gibt der Maestro unter anderem Einblicke in seine Arbeit mit John Neumeier und erläutert die Herausforderungen, die Chopins Kompositionen für das Lütticher Opernorchester darstellen.
Patrick Lemmens