Lionel Bringuier, der neue Chefdirigent des Orchestre Philharmonique Royal de Liège, stammt aus Frankreich; das zeigte sich auch deutlich in seiner Programmauswahl für das Neujahrskonzert am 9. Januar im Philharmonischen Saal in Lüttich: Maurice Ravel stand am Anfang und am Ende des Konzertabends, dazwischen gab es großartige Werke von Francis Poulenc und Igor Stravinsky.
"Le tombeau de Couperin" von Maurice Ravel entstand in den Jahren 1914 bis 1917 als sechsteilige Suite für Klaviersolo. In jedem der Teile erinnert Ravel an einen im ersten Weltkrieg gefallenen Gefährten. Nach Kriegsende bearbeitete er vier der sechs Teile für großes Orchester, wobei er zwei Teile der Suite wegen ihres spezifisch pianistischen Charakters unbearbeitet ließ.
Francis Poulenc komponierte sein "Concerto pour deux pianos et orchestre en ré mineur" im Jahr 1932; das Werk gilt als eines der letzten aus der frühen Schaffensphase des französischen Komponisten. Beim Konzert in Lüttich brillierten darin die beiden Solisten Pavel Kolesnikov und Samson Tsoy.
Das Ballett "Der Feuervogel" brachte dem jungen russischen Komponisten Igor Stravinsky 1910 den internationalen Durchbruch – danach komponierte er im Auftrag des russischen Impresarios Sergei Diagilew weitere Ballette wie "Petruschka" und das revolutionäre "Le Sacre du Printemps", welche ihn endgültig zu einem der bedeutendsten Komponisten der Moderne werden ließen.
Patrick Lemmens