Klassikzeit: Tschaikowskis Meisterwerk „Pique Dame“ in Lüttich

Seit einigen Jahren ist die Königliche Oper der Wallonie bestrebt, ihrem Publikum jede Saison mindestens eine große nicht-italienische und nicht-französische Produktion zu präsentieren. Nach "Rusalka“ von Dvořák und "Trsitan und Isolde“ von Wagner in den vergangenen Jahren steht diesmal Tschaikowskis "Pique Dame“ auf dem Programm.

Oper Lüttich (Archivbild: Lorraine Wauters/Opéra Royal de Wallonie)
Archivbild: Lorraine Wauters/Opéra Royal de Wallonie

"Pikovaia Dama“ oder "Pique Dame“ ist eine Oper nach der gleichnamigen Erzählung von Alexander Puschkin. Das Libretto stammt von Tschaikowskis Bruder Modest und weicht in vielen Punkten von der harten und düsteren Vorlage Puschkins ab. Vor allem die Charakterisierung der Hauptperson ist bei Tschaikowski emotionaler als bei Puschkin, da Tschaikowski sich selbst mit dem unglücklichen Herrmann identifizierte.

Musikalisch weist die Oper aus dem Jahr 1890 Parallelen mit zeitgleich entstandenen Orchester- und Ballettwerken von Peter Tschaikowski auf: Die Sinfonien Nummer fünf und sechs sowie das Ballett "Der Nussknacker“ entstanden ebenfalls in der letzten Schaffensperiode des Komponisten in den Jahren vor seinem plötzlichen Tod im Alter von nur dreiundfünfzig Jahren.

Die Lütticher Produktion von "Pique Dame“ steht unter der Gesamtleitung von Chefdirigent Giampaolo Bisanti. Im Interview mit dem Maestro erfahren wir mehr über Tschaikowskis anfängliche Weigerung, das Libretto seines Bruders zu vertonen, und er verrät uns unter anderem, warum die Charakterisierung des Herrmann dem Komponisten so schwer gefallen ist.

Patrick Lemmens

Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht! Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren

Restl. Anzahl Wörter: 150