Franz Liszt lebte von 1811 bis 1886. Seine Leidenschaft galt dem Klavier, sowohl als Pianist als auch als Komponist. Aber auch in der Orchestermusik hat er einen wichtigen Beitrag zur Erweiterung des Repertoires geleistet, hauptsächlich indem er die Gattung der umfangreichen „Programm-Sinfonie“ hin zu der kompakteren sinfonischen Dichtung entwickelte.
Eine sinfonische Dichtung oder Tondichtung ist im Gegensatz zur Programm-Sinfonie meist einsätzig und mit 10 bis 20 Minuten Länge deutlich überschaubarer. Mit seinen insgesamt 13 sinfonischen Dichtungen hat Franz Liszt viele nachfolgende Komponisten, darunter auch Richard Strauss, beeinflusst.
Aber auch außerhalb der Gattung der sinfonischen Dichtung hat Franz Liszt Programmmusik komponiert, oft für Klavier mit oder ohne Begleitung. Viele der Kompositionen für Soloklavier hat er danach selbst für Sinfonieorchester bearbeitet – ein Beispiel ist der berühmte „Mephisto-Walzer Nr. 1“, der in seiner Orchesterversion als „Der Tanz in der Dorfschänke“ den zweiten Teil des Werks „Zwei Episoden aus Lenaus Faust“ bildet.
Patrick Lemmens