Klassikzeit: Programmmusik von Franz Liszt

Der ungarische Komponist Franz Liszt gilt als der Vater der sinfonischen Dichtung, einer Gattung der Programmmusik. Mit "Programm" ist in diesem Zusammenhang die Darstellung von außermusikalischen Inhalten gemeint, also die Beschreibung von Ereignissen oder Naturgegebenheiten.

Franz Liszt (1811-1886) um 1860
Franz Liszt (1811-1886) um 1860

Franz Liszt lebte von 1811 bis 1886. Seine Leidenschaft galt dem Klavier, sowohl als Pianist als auch als Komponist. Aber auch in der Orchestermusik hat er einen wichtigen Beitrag zur Erweiterung des Repertoires geleistet, hauptsächlich indem er die Gattung der umfangreichen "Programm-Sinfonie" hin zu der kompakteren sinfonischen Dichtung entwickelte.

Eine sinfonische Dichtung oder Tondichtung ist im Gegensatz zur Programm-Sinfonie meist einsätzig und mit zehn bis 20 Minuten Länge deutlich überschaubarer. Mit seinen insgesamt 13 sinfonischen Dichtungen hat Franz Liszt viele nachfolgende Komponisten, darunter auch Richard Strauss, beeinflusst.

Aber auch außerhalb der Gattung der sinfonischen Dichtung hat Franz Liszt Programmmusik komponiert, oft für Klavier mit oder ohne Begleitung. Viele der Kompositionen für Soloklavier hat er danach selbst für Sinfonieorchester bearbeitet - ein Beispiel ist der berühmte "Mephisto-Walzer Nr. 1", der in seiner Orchesterversion als "Der Tanz in der Dorfschänke0" den zweiten Teil des Werks "Zwei Episoden aus Lenaus Faust" bildet.

Titel Autor Interpret
Danse Dans Une Auberge De Village „Mephisto Valse“ Franz Liszt Rotterdams Philharmonisch Orkest
Ltg.: James Conlon
Les Préludes
Symphonic Poem No. 3 D’après Lamartine
Franz Liszt Wiener Philharmoniker
Totentanz Franz Liszt London Symphony Orchestra
Ltg. : Ivan Fischer
Franziskuslegenden Franz Liszt Walter Grönroos, Bariton
Männer Des Rias-Kammerchores
Radio-Symphonie-Orchester Berlin
Ltg.: Gerd Albrecht

Patrick Lemmens