Klassikzeit: Aus der Neuen Welt

Antonín Dvořák war bereits ein international gefeierter Komponist, als er 1892 nach New York eingeladen wurde, um dabei zu helfen, den Amerikanern eine "eigene“ klassische Musik zu geben. Bedeutendstes Resultat dieses Auftrags ist seine 9. Sinfonie, besser bekannt unter ihrem Beinamen "Aus der Neuen Welt“.

Freiheitsstatue
Illustrationsbild: Angela Weiss/AFP

Dvořák verbrachte insgesamt drei Jahre in New York als Direktor des "National Conservatory of Music“; neben der Ausbildung junger amerikanischer Musiker war es seine Aufgabe, eine eigene "amerikanische“ Musik zu entwickeln. Bis dahin war die in den Vereinigten Staaten gespielte klassische Musik nämlich fast ausschließlich europäischen Ursprungs.Während seines Aufenthalts in Amerika komponierte Dvořák eine ganze Reihe von Werken verschiedener Genres, die darauf abzielten, typisch "amerikanisch“ zu sein. Höhepunkt dieser Periode war die Entstehung der Sinfonie Nr. 9, der Dvořák bezeichnenderweise den Beinamen "Aus der Neuen Welt“ gab.Dabei ist diese Sinfonie alles andere als typisch amerikanisch. Zwar hat Dvořák indianisch klingende Melodien verwendet – diese sind aber von ihm selbst frei erfunden und mit europäischen Stilmitteln und Harmonien zu einer Orchesterkomposition verarbeitet worden. Außerdem klingen immer wieder europäische und tschechische Volksmelodien in dem Werk an, wie beispielsweise im Scherzo, das an einen böhmischen Ländler erinnert.

Patrick Lemmens

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