Klassikzeit: Die Meister des französischen Barocks

Wer Barockmusik aus Frankreich sagt, der denkt unweigerlich an Jean-Baptiste Lully, den Hauskomponisten von König Ludwig XIV. und einen der einflußreichsten Musiker der französischen Musikgeschichte. Er standardisierte eigenhändig den barocken Musikstil in Frankreich und alle Barock-Komponisten nach ihm wurden an seinen Normen gemessen.

Geige mit Bogen
Bild: Nomadsoul1/Smarterpix

Frankreichs wichtigster Musiker im 17. Jahrhundert war gar kein Franzose: Jean-Baptiste Lully wurde 1632 als Giovanni Battista Lulli in Florenz geboren. Als Jugendlicher wurde der talentierte Geiger und Komödiant von einem durchreisenden französischen Adeligen entdeckt und an den Hof von Ludwig XIII. nach Paris mitgenommen. Dort stieg er in den folgenden Jahrzehnten zu höchsten musikalischen Ehren auf.

Lullys Musikstil wurde die Referenz für alle Komponisten seiner Zeit, sei es für den Cembalisten Jean-Henry d‘Anglebert, der vor allem für sein eigenes Instrument komponierte, oder Marin Marais, der auf Empfehlung Lullys in die Hofkapelle des Königs aufgenommen wurde und später die Nachfolge Lullys als Hofkomponist antrat.

Nach Lullys Tod spaltete sich der Musikgeschmack in Frankreich zwischen den Traditionalisten und jenen Komponisten, die den reich verzierten italienischen Stil in die französische Musik integrieren wollten. Zu ihnen gehörten unter anderem François Couperin und Jean-Marie Leclair, während Jean-Philippe Rameau eher die klaren Linien Lullys in seiner Musik weiterführte.

Patrick Lemmens

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