Klassikzeit: Enigma

"Enigma" ist das griechische Wort für „Rätsel“. In der klassischen Musik läßt der Begriff allerdings sofort an die berühmten "Enigma-Variationen" von Sir Edward Elgar denken, ein Meisterwerk aus dem Jahr 1898, das für Elgar den endgültigen Durchbruch als Komponist bedeutete.

Edward Elgar_chrisdorney Smarterpix
Edward Elgar_chrisdorney Smarterpix

Edward Elgar war schon 42 Jahre alt, als er das Werk komponierte, das ihn als Komponist etablieren sollte. Zuvor waren seine Kompositionen eher unbemerkt geblieben, bis er die "Variationen über ein originales Them" komponierte. Der heute übliche Name "Enigma-Variationen" wurde dem Werk übrigens erst später gegeben.

Die Ursprünge der Komposition sind eher zufälliger Natur. Eines Abends improvisierte Elgar zu Hause auf seinem Klavier, und eine der frei erfundenen Melodien gefiel Elgars Frau Alice so gut, dass er sie zu einem Orchesterstück verarbeitete, in dem dieses Thema vierzehn Mal variiert wird. Dabei ist jede Variation einem musikalischen Freund Elgars gewidmet und mit dessen Initialen überschrieben.

Der Name "Enigma-Variationen" ist übrigens abgeleitet von dem handschriftlichen Vermerk "Enigma" auf dem Original-Manuskript. Das Rätselhafte an der Komposition ist dabei nicht die Identität der Freunde Elgars, sondern nach Worten des Komponisten ein musikalisches Thema, das das gesamte Werk durchzieht, das aber nicht explizit gespielt wird. Das eigentliche Thema des Werks ist als Gegenmelodie zu diesem "versteckten" Hauptthema komponiert worden.

Patrick Lemmens

Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht! Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren

Restl. Anzahl Wörter: 150