Giuseppe Verdi hatte sich nach seinem Welterfolg mit der Oper "Aida" schon 1872 als Opernkomponist mehr oder weniger zur Ruhe gesetzt. Knapp 16 Jahre sollte es dauern, bis er mit dem "Otello" wieder eine neue Oper komponieren würde, und danach weitere sechs Jahre bis zur nächsten und letzten, Falstaff.
Beide letzte Opern Verdis basieren auf Bühnenstücken von William Shakespeare, den der Komponist sehr verehrte; stilistisch gibt es im "Otello" zahlreiche Neuerungen, mit denen Verdi "eine Tür öffnet, durch die viele nachfolgende Komponisten mit ihrer Musik gehen werden", so Dirigent Francisco Lanzillotta.
Lanzillotta dirigiert zum ersten Mal eine Produktion an der Königlichen Oper der Wallonie. Im Interview sprechen wir mit dem Maestro aus Rom über seine Liebe zu Verdi, seine Eindrücke vom Lütticher Opernhaus und darüber, was den "Otello" so besonders macht unter den italienischen Opern des 19. Jahrhunderts.
Patrick Lemmens