Klassikzeit: American Festival

Die Vereinigten Staaten von Amerika genießen momentan im Rest der Welt nicht das beste Ansehen, was vor allem an ihren aktuellen Politikern liegt. Betrachtet man dagegen die amerikanischen Komponisten von klassischer Musik, so sieht das Bild schon ganz anders aus – Qualität und Vielfalt sind hier die Stichworte.

NewYork_(Foto: Angela Weiss AFP)
NewYork_(Foto: Angela Weiss AFP)

Wie wir alle wissen, wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts der tschechische Komponist Antonín Dvořák nach New York gerufen, um dort für die Amerikaner eine typisch amerikanische Konzertmusik zu entwickeln. Ein Produkt dieses Aufenthalts ist unter anderem die Sinfonie Nr. 9 "Aus der Neuen Welt".

Dabei hatte die "Neue Welt" durchaus auch damals schon ihre eigenen Komponisten, die die leeren Seiten der amerikanischen Klassik mit ihren eigenen Worten beziehungsweise Noten füllten. Einer der ersten war der 1874 geborene Charles Ives, Sohn eines Armee-Kapellmeisters und experimentierfreudigster Komponist unter seinen Zeitgenossen – und gerade darum zu Lebzeiten nicht sonderlich populär.

In den Jahrzehnten nach Ives wurden in den USA zahlreiche Komponisten geboren, die nicht selten in Europa studierten und dann in die Heimat zurückkehrten, um dort "amerikanische" Musik zu schreiben. Der bekannteste unter ihnen ist sicherlich Aaron Copland, Sohn litauischer Einwanderer und einer der bedeutendsten amerikanischen Komponisten der Moderne.

Patrick Lemmens

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