Modest Mussorgskis bekannteste Tondichtung ist gleichzeitig auch seine einzige größere Komposition für Sinfonieorchester. "Eine Nacht auf dem kahlen Berge" beschreibt den Tanz der Hexen auf einem mystischen Berg in der Johannisnacht. Mussorgskis eigene Version des Werks wurde mehrfach von ihm selbst und von anderen Komponisten umgearbeitet, und die heute bekannteste Version stammt von Mussorgskis Freund Nikolai Rimski-Korsakow.
Anatoli Liadov komponierte 1909 ein Werk mit dem Titel "Kikimora"; die Titelfigur ist eine kleine bösartige Märchengestalt aus der slawischen Mythologie, die im Haus eines Magiers aufwächst; dort sitzt sie von morgens bis abends am Spinnrad und ersinnt Böses für die Menschheit.
Zur gleichen Zeit wie Liadovs "Kikimora" entstand das "Poème de l‘extase" von Alexander Skriabin. Das Werk steht in Verbindung zu einem Gedicht des Komponisten, das sich mit den Auseinandersetzungen des freien und schöpferischen Geistes mit Schreckensgestalten befaßt. Das Werk endet mit der Befreiung der Menschheit in Extase, und entsprechend gewaltig ist die Besetzung des Orchesters in dieser Komposition.
Patrick Lemmens