Klaasikzeit: Lang lebe Belgien!

Belgien hat für seine relativ geringe Größe enorm viel zu bieten – nicht nur im Bereich von Wissenschaft, Kulinarik und Sport, sondern auch auf dem Gebiet der Konzertmusik. Darum stellen wir belgische Klassik aus den letzten drei Jahrhunderten vor, gespielt von belgischen Künstlern.

Belgische Flagge
Illustrationsbild: © nmcandre/PantherMedia

Der Komponist Jean-Noël Hamal wurde 1709 in Lüttich geboren, lange bevor der Staat Belgien gegründet wurde. Trotzdem hat Hamal einen Platz in dieser Sendung verdient, war er doch einer der wichtigsten Komponisten unserer Gegend im 18. Jahrhundert. Als Kapellmeister der Lütticher Kathedrale Saint Lambert komponierte er viele geistliche Werke, aber auch Sinfonien und vier Opern in Wallonischem Dialekt.

Eine multinationale Lebensgeschichte hat der ebenfalls in Lüttich geborene César Franck aufzuweisen. Seine Eltern stammten aus Aachen und Gemmenich, er selbst ist 1822 als niederländischer Staatsbürger geboren; 1830 wurde der Staat Belgien gegründet, wodurch der Achtjährige automatisch Belgier wurde. Als Vierzehnjähriger zog er dann nach Paris, weshalb er oft als französischer Komponist bezeichnet wird. Allerdings wurde er erst 1873 Franzose und behielt bis dahin die belgische Nationalität.

Weitere belgische Komponisten, die in der aktuellen Sendung vorgestellt werden, sind Adolphe Biarent aus Charleroi sowie Joseph Jongen aus Lüttich. Beide wurden in den 1870er Jahren geboren und gehören damit in die spätromantische Epoche. Komponisten der Moderne sind Bernard Foccroulle (Jahrgang 1953) und Harold Noben (1978); sie setzen die reiche Tradition belgischer Komponisten auch im 21. Jahrhundert fort.

Patrick Lemmens

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