Klassikzeit: Beethovens späte Streichquartette

Ludwig Van Beethovens Bedeutung in der Musikgeschichte ist unbestritten; seine Werke sind wegweisend für alle Komponisten nach ihm – das gilt auch für seine fünf späten Streichquartette, die er – schon völlig ertaubt – in den drei Jahren vor seinem Tod komponierte.

Musikredakteur Patrick Lemmens (Bild: Stephan Offermann)
Musikredakteur Patrick Lemmens (Bild: Stephan Offermann)

Ludwig Van Beethoven hatte bis 1810 insgesamt 11 Streichquartette komponiert. Nach 14 Jahren Pause schrieb er dann das Quartett Nummer 12 als erstes von dreien im Auftrag des russischen Fürsten Nikolai Golizyn. Diese "späten" Streichquartette sind voller Innovationen und wurden zur Zeit ihrer Entstehung nur als "wunderliches" Spätwerk des Meisters angesehen.

Nach der Fertigstellung der drei Quartette für den Fürsten Golizyn hatte Beethoven wieder Freude gefunden an dem Genre, denn er komponierte bis zu seinem Tod ein Jahr später noch zwei weitere Werke, die Streichquartette Nummer 14 und 16 – das Quartett Nummer 15 entstand paradoxerweise vor dem Quartett Nummer 13, ist aber erst später im Druck erschienen.

Seiner Zeit voraus war ganz besonders der Finalsatz des Quartetts Nummer 13 mit der Opuszahl 130; diese Fuge wurde bei der Uraufführung vom Publikum so sehr abgelehnt, dass Beethovens Verleger den Komponisten bat, den Satz durch einen anderen zu ersetzen. Im folgenden Jahr veröffentlichte Beethoven den abgelehnten Schlusssatz dann als eigenständiges Werk unter dem Titel "Große Fuge Opus 133".

Patrick Lemmens

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