Das Geheimnis der Pastéis de Belém

Klein, fein, lecker und typisch portugiesisch. Das sind die landläufig als Pastel De Nata bezeichneten Vanilletörtchen im Blätterteig. BRF-Reporter Horst Senker hat versucht, hinter das Erfolgsgeheimnis zu kommen. Sein Gesprächspartner war Miguel Clarinha, Inhaber der Pastéis-Bäckerei.

Pastéis de Belém (Foto: Horst Senker)

Pastéis de Belém (Foto: Horst Senker)

Belém, das war früher ein Ort, der ungefähr acht Kilometer vom Zentrum Lissabons entfernt lag. Heute ist es ein oft besuchter Stadtteil der Metropole. Und dort gibt es DIE Bäckerei, die für sich in Anspruch nimmt, das Patent für die einzig wahren Vanilletörtchen zu besitzen. Es sind die Pastéis de Belém.

Die Leute stehen Schlange unter den blauen Markisen der berühmten Bäckerei im Lissaboner Stadtteil Belém. Es sieht so aus, als würde es Stunden dauern, bis man die begehrten Original Pastéis im Café probieren oder als Souvenirs kaufen kann.

Miguel Clarinha ist Ende 30 und Sprößling des traditionsreichen Familienunternehmens. Sein Team verkauft pro Tag 20.000 Pastéis de Belém. Und nur hier gibt es die echten Blätterteighäppchen, die mit Vanillecreme gefüllt sind. Die vielen nachgemachten Törtchen sind in ganz Portugal an jeder Ecke als Pastel de Nata zu haben.

Die Zubereitung

Die Zubereitung der Pastéis de Belém ist so wie früher noch reine Handarbeit und geschieht unverändert nach dem Rezept eines Mönchs aus dem Hieronymuskloster, das ganz in der Nähe der Bäckerei liegt. 1834 hat der Mönch das Geheimnis seiner Köstlichkeit in weltliche Hände gegeben. Und nur drei Bäcker in Miguels Firma kennen das Rezept in allen Details. Auf diese Weise wird das Geheimnis seit über 180 Jahren gewahrt.

Die Zutaten Mehl, Zucker, Eier, Milch und Butter sind nicht das Geheimnis, aber das Mischungsverhältnis, die Temperatur und so ein gewisses Etwas scheinen für den feinen Unterschied zu den gewöhnlichen Pastel de Nata zu sorgen. Während wir die Törtchen genießen, berichtet Miguel vom internationalen Siegeszug der leckeren Kleinigkeiten.

Der internationale Siegeszug

Es begann nach der portugiesischen Revolution 1974. Das Land öffnete sich und Touristen kamen immer öfter nach Lissabon. Außerdem sei der Stadtteil Belém mit seinem historischen Turm, dem Kloster und einem neuen Museum ein großer Touristenmagnet.

Die Weltausstellung Expo 1998 und die Fußballeuropameisterschaft 2004 haben sich schließlich auch positiv ausgewirkt. Und so kennt man die Pastéis de Belém inzwischen auf der ganzen Welt. Mehr Infos auf pasteisdebelem.pt

Horst Senker

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