Sommerlektüre #9

Der Roman "Tschick" von Wolfgang Herrndorf ist bereit 2012 erschienen und vier Jahre später von Regisseur Fatih Akin verfilmt worden. BRF-Chefredakteur Stephan Pesch kann beides sehr empfehlen.

Buchcover: (c) Rowohlt Verlag

Mitten im Hochsommer machen sich zwei junge Burschen in einem geklauten Lada auf einen abenteuerlichen Weg in die Walachei. Die großen Ferien stehen vor der Tür. Eigentlich dachte Maik, dass er sie allein am Pool der Villa seiner Eltern verbringen würde. Seine Mutter ist in der Entzugsklinik und sein Vater auf Geschäftsreise, begleitet von dessen Assistentin …

Doch dann steht Tschick vor der Tür. Tschick, der eigentlich Andrej heißt, kommt aus einer Hochhaussiedlung in Berlin. Mit dem geklauten Auto steht er vor Maiks Tür und das Abenteuer beginnt.

Stephan Pesch meint: „An ‚Tschick‘ finde ich erfrischend, wie zwei junge Außenseiter spontan aus einer für sie durch und durch problembeladenen Situation ausbrechen. Und wie sie sich dabei ansatzlos in immer neue Schwierigkeiten manövrieren. Das alles erzählt mit einer wunderschönen Mischung aus Nähe und Distanz: mal ist der Leser interessierter und amüsierter Beobachter, mal sitzt er selbst wie Maik auf dem Beifahrersitz des geklauten Ladas, einen Arm aus dem Fenster …“

„Ich habe mir für meinen Buchtipp eine Passage ausgesucht, in der die unmögliche Fahrt (ausgerechnet) in die Walachei beginnt und in der beide Protagonisten in wenigen Sätzen schon sehr viel über sich preis geben – bis hin zu ihrem inzwischen wieder längst überholten Jargon. An dem zitierten Zusammenspiel mit der ausgenudelten Audiokassette von Richard Clayderman zeigt sich der schräge Humor des Autors Wolfgang Herrndorf, der vor dem Hintergrund seiner eigenen tragischen Geschichte eine besondere Note erhält. Mit der Ausstrahlung des Buchtipps an seinem Todestag, dem 26. August, verbeugen wir uns vor einem großen Künstler.“

Buchdetails

Tschick
Wolfgang Herrndorf
253 Seiten, 10 Euro
Verlag Rowohlt TB

Wolfgang Herrndorf (Bild: (c) Mathias Mainholz)

Wolfgang Herrndorf (Bild: (c) Mathias Mainholz)

sp/fk