meakusma Club- und Konzertnacht im Alten Schlachthof Eupen

Musik an drei Orten: In der Halle elektronische Tanzmusik, im Kühlraum Legenden des Krautrocks und zeitgenössische Komponisten und im Kesselhaus Live-DJ-Sets. BRF1 verlost 1 x 2 Tickets.

meakusma und das Goethe-Institut präsentieren eine Club- und Konzertnacht im Alten Schlachthof

Dem Anspruch folgend, dem altehrwürdigen, frisch renovierten Alten Schlachthof ein ebenso frisches wie traditionsbewusstes erstes, großes Musikereignis zu bescheren, laden das Goethe-Institut & meakusma am Samstag, den 5. Dezember zu einer Club- und Konzertnacht ein.

Während in der Halle der Schwerpunkt auf erlesene DJ-Kultur gelegt wird, loten parallel im Kühlraum Legenden des Krautrocks sowie zeitgenössische Komponisten die Schnittstellen zwischen Analog – Digital wie Repetition und Improvisation aus.  Das „Chill-Out Foyer“, das durch akustische wie visuelle Untermalung zum entspannten Verweilen einlädt, rundet das Konzept gebührend ab.

Die Halle

Mit Levon Vincent, den Zenker Brothers, Efdemin und Caspro setzt das Line-Up konsequent auf elektronische Tanzmusik. Levon Vincent schliff seinen Stil als House DJ in der New Yorker Clubszene. Getrieben von fast obsessiver Anspruchshaltung und als einer der striktesten Verfechter der Unabhängigkeit, was das Künstlerische und Geschäftliche angeht, stehen seine Sets, Produktionen und Veröffentlichungen für rohen, epischen, schmutzigen House allererster Güte. Neben seiner Tätigkeit als DJ und Produzent betreibt er die Vinyl-Only-Musiklabels Novel Sounds und Deconstruct.

Efdemin ist das bekannteste Alias des studierten Elektroakustikers Philipp Sollmann. Der Name steht seit über zehn Jahren für warmen, vereinnahmenden und trotzdem fokussiert-reduzierten Techno und House. Einflüsse aus Detroit, wie Anleihen aus den House-Metropolen New York und Chicago bleiben deutlich hörbar. Mit seinen preisgekrönten Veröffentlichungen auf Dial, Métisse und Curle Recordings wurde er zu einer der Säulen moderner House und Techno Musik.

Die Zenker-Brothers untermauern mit ihren Sets, Solo oder im Duo, seit Jahren Münchens Anspruch, lebendiger Teil der Clubkultur zu sein. Ihre Fähigkeiten als Produzenten bündelten sie im letzten Jahr und veröffentlichten ihr erstes Album „Immersion“ auf ihrem eigenen Label Ilian Tape. Trotz einer gewissen Härte bewahren die beiden Brüder immer einen leichtfüßigen Groove und scheuen keine Melodien. Techno gilt als ihre Leidenschaft, solides Kunsthandwerk dient ihnen als Grundlage.

Caspro, seines Zeichens ostbelgischer Nachwuchs, bewegt sich zwischen House, Techno und Elektro. Von familieneigener, musikalischer Frühförderung geprägt, zeichnet sich sein Stil vor allem durch die Mischung genreübergreifender Experimentierfreude gepaart mit ernsthafter Auseinandersetzung aus.

Kühlraum

Wer sich ein wenig mit der Musik der letzten 40 Jahre auseinandergesetzt hat, wird nach namentlicher Nennung wissen, dass das eingangs verwendete Wort Legende nicht übertrieben war.

Hans Joachim Roedelius (Cluster, Harmonia) und Stefan Schneider (Kreidler, To Rococo Rot), präsentieren ihr bisher auf zwei Alben auf Bureau B erschienenes Projekt, das sich zwischen elektronischer Musik und einem Hauch Klavierromantik bewegt. Als Krautrock-Legende ist Roedelius Einfluss auf die letzten 40 Jahre Musikgeschichte nicht zu unterschätzen. Sei es als Mitglied von Cluster, Harmonia oder als Solo-Künstler. Sein Schaffen inspirierte verschiedenste Musiker weltweit (so unter anderem Brian Eno oder David Bowie), nichtsdestotrotz erforscht Roedelius mit Schneider unablässig neue Klangwelten zwischen Experimentierfreude und kontemplativem Tiefgang.

Das Duo Jaki Liebezeit (Schlagzeuger von Can und zahllosen anderen Projekten) und Hans Joachim Irmler (Faust und Klangbad), stehen Roedelius und Schneider – Einfluss und Respekt betreffend – bestimmt in Nichts nach. Ihre erste Kollaboration „Flut“ ,erschienen im letzten Jahr auf Klangbad, steht für ein gesundes Gleichgewicht zwischen ihren ohnehin avantgardistischen 70er Jahre Wurzeln und zeitgenössischer Ausblicke in das, was musikalische Zukunft sein könnte.

Die Kompositionen aus treibenden Grooves, ausgefeiltem Sounddesign, profunder Harmonielehre zu Improvisation, abgerundet mit dem Faible der beiden für kosmisches Chaos, gelten in ihrem Genre als einzigartig wie kaum zu überbieten.

Freejazz-Elektronik-Grenzgänger André Vida dürfte den Konzertteil im Kühlraum gekonnt abrunden. Mit einer beachtlichen Selbstverständlichkeit kollaboriert Vida mit so unterschiedlichen Musikern wie Ricardo Villalobos, Arto Lindsay, Max Loderbauer uvm. Die Ergebnisse dieser teils atonalen, teils von Improv- und Freejazz beeinflussten Zusammenarbeiten wurden weltweit durch Performancereihen oder Residenzen gefördert. André Vida veröffentlichte 2014 das Album „Minor Differences“ auf Entr’acte und wurde beauftragt, die Eröffnungsmusik zur 8. Berlin Biennale 2014 zu komponieren.

Kesselhaus

Guter alter Clubkultur folgend, wird das Kesselhaus zur “Chill Out Zone”. Musikalisch gestaltet durch Live und DJ Sets von Bryce Hackford und Rüftata 110, untermalt und verstärkt durch freies Zeichnen des Illustratorenkollektivs Poste Aérienne.

Der New Yorker Hackford pflegt beharrlich sein Faible Techno-Scheiben in Einzelteile zu zerlegen und mit Hilfe von Ambiente als meditative Grooves wieder auferstehen zu lassen. Unter anderem gründet sein guter Ruf auf der mehr als gelungene Remix Reihe von DFA´s Delia Gonzales.

Der Mann hinter Rüftata 110 heißt Ralf Köster, arbeitet als „Chefbooker“ des Golden Pudel Club in Hamburg und ist Erfinder der Musik*Fetischisten*Ohren*Charakter Reihe. Da Beschwerden seine liebsten Komplimente sind, freuen wir uns, unsere neuronalen Muster gekonnt von ihm irritieren zu lassen und unterm Deckel mal zu lüften.

Servais und Wylezol werden bei der Umsetzung des freien Zeichnens also alle Hände voll zu tun haben, wenn sie – um dem eigenen Anspruch zu genügen – versuchen, die Atmosphäre einzufangen und über ihre Darstellung eine Rückkopplung zu Raum, Publikum, Interpret herzustellen. Der Eupener Boris Servais steht für einen eher verspielten Stil zu absurdem Humor, ist allerdings genauso streng, wenn es um die Interpretation guter alter Stricher Tradition geht. Adrian Wylezol aus Berlin steht für Abenteuerlust und den Mut zur Improvisation. Sein Werk steht somit für immer wieder überraschende Wendungen mit einem sehr großem Feingefühl für die Kunst des Geschichtenerzählens.

Infos und Tickets auf alter-schlachthof.be.

Club- und Konzertnacht in VitaminB auf BRF1

Am Sonntag, dem 29. November, stellt Moderator Volker Krings das Programm vor. BRF1 verlost 1 x 2 Karten. Teilnahme per Mail an pr@brf.be bis zum 1. Dezember. Der Gewinner wird persönlich benachrichtigt.