Gartentipp: Richtig gießen zur Sommerzeit

Nicht nur der Verkauf von Mineralwasser oder anderen Getränken hat zurzeit Hochkonjunktur, das Thema stand in der letzten Zeit bei hochsommerlichen Temperaturen auch für die Pflege von Pflanzen an erster Stelle. Richtig gießen ist eine kleine Gartenkunst, denn Fehler bei der Gartenbewässerung können bei den Pflanzen große Schäden verursachen.

So bitte nicht (Bild: Franz Becker)

So bitte nicht (Bild: Franz Becker)

Von besonderer Bedeutung an trockenen heißen Tagen und geradezu überlebenswichtig ist die Frage nach der richtigen Bewässerung von Pflanzen in Töpfen, Kübeln und Balkonkästen. Bei dem begrenzten Substratvolumen und dem eingeengten Wurzelballen sind einige Pflanzen auf tägliches Gießen angewiesen.

Es sind vor allem die Töpfe aus Ton wie z. B. Terracotta oder anderen keramischen Materialien, die durch eine durchlässige Wandung zusätzlich Wasser verdunsten. Bei Töpfen aus Kunststoff, ist dieser Effekt wesentlich geringer und demzufolge brauchen sie auch weniger Wasser. Auch ist der Standort in vielen Fällen auf Terrasse oder Balkon in heißen Zeiten geradezu ein Backofen, der in der Nacht durch den Speichereffekt des Betons oder den Natursteinplatten nur gering abkühlt.

Wann soll gegossen werden?

Auch der Zeitpunkt der Bewässerung wird immer wieder mit den unterschiedlichsten Ergebnissen diskutiert. Grundsätzlich sollten speziell Pflanzen in Balkonkästen und Kübeln wegen des exponierten Standortes täglich kontrolliert werden. Hier eignet sich der „Fingertest“. Dazu wird der Finger einfach in den Boden gesteckt und geprüft ob noch Feuchtigkeit vorhanden ist. Auch ein Anheben der Töpfe oder Kübel gibt durch das unterschiedliche Gewicht Auskunft über den Feuchtigkeitsgehalt.

Besonders Pflanzen mit weichen, großen Blättern, wie z.B. Engelstrompeten, Indisches Blumenrohr oder Hibiskus zeigen sehr schnell einen akuten Wassermangel durch welke hängende Blätter. Andere Pflanzen mit festen und hartlaubigen Blättern wie z.B. Palmen, Oleander, Buxus oder Zitruspflanzen zeigen allerdings erst spät eine Reaktion, meist in Verbindung mit bereits eingetretenen Blattschäden oder gar Blattfall.

Pflanzen am besten morgens gießen

Aus fachlichen Gründen sollte in den Morgenstunden gegossen werden, damit die Pflanzen nicht mit feuchten Blättern in die Nacht gehen. Dies könnte unter Umständen den Befall verschiedener Pilzkrankheiten fördern. Außerdem schützt das morgendliche Gießen an einem heißen Hochsommertag die Pflanzen vor einem Wassermangelstress.

Letztendlich schlägt man auch mit der morgendlichen Gießmethode den üblen Schnecken noch ein Schnippchen, denn die Feuchtigkeit eines abendlichen Gießens würde ihre Beweglichkeit erheblich fördern. Trockene und warme Böden werden von allen Schnecken gemieden.

Richtig gießen, aber wie?

Wichtigste Voraussetzung für richtiges Gießen ist, nicht wie eine Dusche über die Blätter zu gießen, die vermeintliche Erfrischung richtet mitunter große Schäden an. Neben der klassischen Bewässerung per Gießkanne kann auch ein Wasserschlauch oder sogar eine automatische Bewässerung (Tröpfchen-Bewässerung) die Pflanzen mit ausreichend Wasser versorgen.

Für Balkonkästen werden Wasser-Vorratstechniken angeboten, die über einen doppelten Boden die Pflanzen über einige Tage mit ausreichend Wasser versorgen. Diese Methode ist einfach, kann jedoch bei Regenzeiten „ein zu viel“ bedeuten. Die Pflanzen gehen dann möglicherweise an Wurzelfäule ein.

Genügsame Pflanzen brauchen weniger Wasser

Die Menge des Gießwassers richtet sich in der Regel nach Größe der Gefäße, nach Pflanzenarten und dem Standort. Sehr durstig sind z.B. Oleander, Engelstrompeten, Fuchsien, Petunien, Ziertabak oder Tomaten und Paprika im Topf.

Andere Arten, wie z. B. Geranien, Portulakröschen, Dipladenia oder Begonien, sind von Natur aus genügsamer, da sie die Möglichkeit der Wasserspeicherung besitzen.

Keine Gefäße ohne Abzugsloch verwenden

Wichtig ist, dass genügend Wasser verabreicht wird und überschüssiges Wasser aus dem Gefäß ablaufen kann. Staunässe sollte grundsätzlich vermieden werden. Aus diesem Grunde sind bei allen Gefäßen ein oder mehrere Abzugslöcher unbedingt erforderlich.

Der Gebrauch von Untersetzern ist eher kritisch zu beurteilen, da auch kleinere Mengen von stehendem Wasser über einen gewissen Zeitraum zu Wurzelfäule im Topf führen können.

Rasen wässern an heißen Tagen?

Droht im Hochsommer eine Hitzewelle oder hat es über eine längere Zeit nicht mehr geregnet, stellt sich die Frage, ob der Zierrasen gewässert werden muss. Der Rasen sollte in dieser Zeit nicht zu kurz geschnitten werden, längere Halme schattieren den Boden. Wenn der Wunsch nach einem sattgrünen Rasen besteht, sollte beizeiten gewässert werden. Sind bereits braune Halmspitzen zu sehen, kommt in vielen Fällen die Bewässerung zu spät.

Als wichtigste Regel bei der Rasenbewässerung gilt, lieber in größeren Zeitabständen von vier bis fünf Tagen größere Mengen wässern als nur kleine Wassergaben in kurzen Zeitabständen oder gar täglich.

Als optimale Menge gilt ca. 10 bis 12 Liter je Quadratmeter. Die Menge lässt sich bequem und einfach mit einem Marmeladenglas feststellen. Das Marmeladenglas wird dazu während der Bewässerung auf die Rasenfläche gestellt. Sind im Glas ca. 1,5 cm Wasser vorhanden, hat der Rasen ausreichend Feuchtigkeit erhalten. Natürlich ist ein käuflich zu erwerbender Regenmesser etwas professioneller und genauer.

Franz Beckers

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