Gartentipp: Pilzkrankheiten gefährden Rosen

Nicht zu überbieten ist die Blütenpracht der Rosen. Kleine oder große Blüten, gefüllte oder ungefüllte, duftende oder nicht duftende, weiß, rosa, pink, rot, orange, gelb oder violett, einmalblühend im Frühsommer oder häufiger blühende bis Oktober – für jeden Geschmack und für jeden Standort gibt es passende Rosen.

David Austin-Sorte (Bild: Franz Beckers)

David Austin-Sorte (Bild: Franz Beckers)

Die Monate Juni/Juli gelten im Allgemeinen als „Rosenmonate“. In fast jedem Garten oder auch öffentlichen Anlagen präsentieren sich die unterschiedlichsten Rosensorten. Rosen als Ziergehölze begeistern seit Jahrhunderten die Menschen und die wundervolle Pflanze trägt nicht zu Unrecht den Titel „Königin der Blumen“. Jährlich kommen zahlreiche Sorten zu einem fast unüberschaubaren Sortiment von über 30.000 Sorten hinzu.

Rose - die Königin der Blumen

Rose – die Königin der Blumen (Bild: Franz Beckers)

Wenn da nicht die Pilzkrankheiten wären!

Die wichtigste und hartnäckigste Pilzkrankheit ist der sogenannte Sternrußtau. Der anfällige Rosenstock verliert alljährlich nach dem ersten Blütenflor (Juni/Juli) die Schönheit durch den Befall mit dem gefürchteten Sternrußtau. Ein starker Befall mit dem Pilz führt zu einer Vergilbung der Blätter und zu vorzeitigem Blattfall. Doch Rosen ohne Blätter entsprechen nicht, auch bei noch so schöner Blütenfarbe oder betörendem Duft, den Ansprüchen des Blumenfreundes.

Die Rosenkrankheit zeigt sich zuerst durch sternförmige dunkle Flecken auf der Blattoberseite, die im weiteren Verlauf zusammenfließen und in der Folge gelbe Blätter verursachen. Die infizierten Blätter fallen dann geradezu über Nacht ab, was sogar bei einigen Sorten zu einem totalen Blattverlust führen kann. Die Rosenpflanzen reagieren mit einem erneuten Austrieb, der im wiederholten Fall die Pflanze stark schwächt und in rauen klimatischen Lagen zum Absterben der Pflanzen führen kann.

Eine rasante Ausbreitung dieser Pilzkrankheit wird durch nasse und kühle Witterung sowie größere Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht gefördert. Der Sternrußtau ist eine ernst zu nehmende Pilzkrankheit, deren Ausbreitung unbedingt eingeschränkt werden sollte.

Befall mit Echtem Mehltau (Bild: Franz Beckers)

Befall mit Echtem Mehltau (Bild: Franz Beckers)

Der lästige Mehltau

Eine weitere Pilzerkrankung, die jedoch nicht zum Absterben des Rosenstockes führt, allerdings den Zierwert der Rosen durch einen hässlichen grau-weißen Belag auf den Blättern, Stängeln oder Knospen erheblich beeinflusst, ist der „Echte Mehltau“. Fachleute sprechen von einem „Schönwetterpilz“, denn der Mehltau benötigt zur weiteren Verbreitung – im Gegensatz zum Sternrußtau – warme und sonnige Witterung mit Temperaturen über 23° C.

Der lästige pilzliche Parasit beeinflusst – wie der Sternrußtau – das Rosenwachstum gleichermaßen, was im fortgeschrittenen Stadium zu einem Verlust der Blütenknospen und auch der Blätter führen kann.

Rosen-Rost, der dritte im Bunde

Zu guter Letzt kommt im Herbst noch ein Befall mit dem Rosenrost hinzu, der auf der Unterseite der Blätter leuchtend orangefarbene Pusteln hinterlässt. Auch bei einer starken Rostinfektion fallen die Blätter unter Gelbfärbung ab.

Rosen-Rost auf der Blattunterseite (Bild: Franz Beckers)

Rosen-Rost auf der Blattunterseite (Bild: Franz Beckers)

Maßnahmen zur Einschränkung eines Befalls

Wichtigste Maßnahme zur Einschränkung eines Befalls mit den beschriebenen Pilzkrankheiten ist die permanente Entfernung der befallenen Blätter und Zweige. Stark befallene Pflanzenteile sollten vorzeitig zurückgeschnitten und entsorgt werden.

Anschließende Behandlungen mit speziellen Fungiziden gegen Rosenkrankheiten, die regelmäßig ausgebracht werden sollten, können einen weiteren Befall einschränken oder sogar verhindern. Die Behandlungsmaßnahmen sind jedoch aufwendig und verlangen bei stark befallenen Pflanzen Behandlungsabstände in einem kurzen Zeitrahmen von ca. 14 Tagen.

Zahlreiche Präparate sind für den Hobbygärtner zugelassen. Zu den wichtigsten Wirkstoffen zählen Triticonazol, Azoxistrobin, Tebuconazol, Difenoconazol oder schwefelhaltige Präparate, die allesamt nicht bienenschädlich sind.

Auch besteht die alternative Möglichkeit, die Rosen mit Pflanzenstärkungspräparaten auf Lecithinbasis auch ohne Chemie vor den gefürchteten Krankheiten zu schützen.

Auf die Rosensorte kommt es an

Sollte der Blumenfreund neue Rosen pflanzen, ist es besonders wichtig, die unterschiedliche Anfälligkeit der Rosensorten zu berücksichtigen. Der Fachhandel bietet Auskunft und Beratung, welche Sorten besonders widerstandsfähig sind.

Außerdem bietet das Sortenspektrum der ADR-Rosen (Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung) alljährlich eine geprüfte Vielfalt von Sorten, die besonders krankheitsresistent sind und außerdem mit Blütenreichtum, reinen Farben und angenehmen Duft den Rosenfreund begeistern können. Einen Hinweis zum Prädikat ADR ist auf jedem Sortenetikett oder entsprechenden Internetseiten zu finden.

Franz Beckers

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