Gartentipp: Gefährliche Herkulesstaude

Seit jeher bringen Menschen Pflanzen aus den Ursprungsgebieten mit, um diese als Zierpflanzen für Gärten und Parks oder auch als Nahrungs- und Heilpflanzen in ihrer neuen Heimat zu etablieren.

Riesenbärenklau fühlt sich besonders in Wassernähe wohl (Bild: Franz Beckers)

Riesenbärenklau fühlt sich besonders in Wassernähe wohl (Bild: Franz Beckers)

Auch der Forschungsdrang der Botaniker trug dazu bei, dass zahlreiche Pflanzen in unserer heimischen Vegetation Platz fanden und sich dabei in vielen Fällen unkontrolliert ausbreiten konnten. Zu alledem werden Pflanzen aus fremden Ländern durch den globalen Handel mit Gütern aller Art ungewollt verschleppt.

Neophyten, invasive eingeschleppte Pflanzen

Treten solche Pflanzen außerhalb von Anpflanzungen in Gärten oder in kontrolliertem Anbau auf, kann es für Mensch und Natur gefährlich werden. In einigen Fällen verbreiten sie sich massiv aus und können die heimische Pflanzengemeinschaft und Ökosysteme stark beeinträchtigen oder verändern.

Die Wissenschaftler bezeichnen diese Pflanzengruppe als Neophyten oder auch als invasive Pflanzenarten.

Das Herkuleskraut (Heracleum mantegazzianum) oder auch als Riesenbärenklau bezeichnet, ist der auffälligste und imposanteste „Einwanderer“ und macht mit seiner Größe und mit dem geradezu gigantischen Erscheinungsbild in den Sommermonaten auf sich aufmerksam.

Eigentlich ist sie eine sehr imposante und dekorative Pflanze, die bereits 1890 als botanische Attraktion aus dem Kaukasus eingeführt wurde, um sie in Botanischen Gärten und Parks in Europa anzusiedeln.

Gesundheitliche Gefahren bei Berührung

Spaziergänger sollten in dieser Zeit einen großen Bogen um die Pflanze machen. Denn bei Hautkontakt mit den Blättern oder dem Pflanzensaft bestehen erhebliche Gesundheitsgefahren. Große Gefahr besteht insbesondere für Kinder, die mit den Pflanzen spielen, sie abschlagen oder abbrechen und so auf diese Weise Hautkontakt mit dem Pflanzensaft bekommen.

Bereits der bloße Hautkontakt mit den Blättern hat sehr unangenehme Folgen für den Menschen. Der Saft aller Pflanzenteile enthält vor allem die giftige Substanz (Furanocumarin), die in Verbindung mit Sonnenlicht zu einer schweren Form einer Photodermatitis, also zu verbrennungsähnlichen Erscheinungen auf der Haut führen können, die nur über einen längeren Zeitraum abheilen.

Möglichkeiten der Eindämmung

Die Beseitigung der Pflanzen sollte möglichst bei regnerischem und bedecktem Himmel oder in den Abendstunden durchgeführt werden. Zur vollständigen Entfernung einzelner Pflanzen im privaten Bereich bietet sich das Ausgraben der rübenförmigen Speicherwurzeln an. Um sich vor den gefährlichen Eigenschaften der Pflanze zu schützen, sollte bei der Beseitigung der Körper vollständig bedeckt sein sowie unbedingt Handschuhe und Schutzbrille getragen werden.

Die hemmungslose Vermehrung der Herkulesstaude wird auch durch die große Anzahl von Samen, die mitunter 50.000 je Pflanze und mehr erreichen kann, sowie durch eine ausdauernde Keimfähigkeit im Boden, die bis zu zehn Jahre anhält, ermöglicht.

Um eine starke Ausbreitung durch Samen zu verhindern, ist es unbedingt erforderlich, noch vor der vollständigen Samenreife, Juli/August, die abgeblühten Dolden zu entfernen und via Mülltonne zu entsorgen.

In letzter Zeit häufen sich Informationen, dass Schafe und Ziegen die Pflanze in allen Wuchsstadien fressen. Der Verdrängungseffekt ist natürlich im Frühjahr mit beginnendem Austrieb der Stauden am wirksamsten.

Bekämpfungsaktionen im öffentlichen Interesse

Der Riesenbärenklau wächst sehr auffallend an Wegrändern, Autobahnen, Brachflächen und Waldrändern. Die Pflanze mit den schirmartigen Blättern können eine Größe bis zu vier Metern erreichen. Sie blüht mit großen weißen Blütendolden, die übrigens für die Insektenwelt eine sehr ergiebige Nahrungsquelle darstellt.

Zurzeit sind in den Medien Schlagzeilen über die „Herkulesstaude“ zu finden, die die ökologische Bedeutung und Gefährlichkeit der Pflanze hervorheben.

Insbesondere sorgen Aktionsprogramme und Ausrottungsmaßnahmen verschiedener Landesämter z.B. in Nordrhein-Westfalen oder auch in den Beneluxländern für eine Eindämmung der gefährlichen Pflanze.

Mitunter sind auch die Auswirkungen chemischer Bekämpfungsmaßnahmen sichtbar. Vor allem an Wegen und Autobahnen wird man durch vergilbende und absterbende Riesenstauden, die mit speziellen Herbiziden (Unkrautvernichter) behandelt wurden, darauf aufmerksam.

Franz Beckers

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