Kompass: Offene Jugendarbeit (OJA) in Coronazeiten und darüber hinaus

In den verschiedenen Jugendtreffs bieten die sogenannten OJAs den ostbelgischen Jugendlichen ein vielfältiges Angebot. Auch in dieser speziellen Zeit sind Jugendarbeiter aktiv. Wofür OJA steht und was genau so in den OJAs los ist, erklärt Nils Hensen, PR-Koordinator des Jugendbüros.

Nils Jensen, PR-Koordinator Jugendbüro (Foto: Jugendbüro)

Nils Jensen, PR-Koordinator Jugendbüro (Foto: Jugendbüro)

Wofür steht der Begriff OJA?

OJA bedeutet Offene Jugendarbeit und richtet sich an Jugendliche zwischen 12 und 30 Jahren. Das Jugendbüro betreut insgesamt 13 Jugendtreffs in den Gemeinden Amel, Büllingen, Bütgenbach, Kelmis, Lontzen und St. Vith. Hier können Jugendliche u.a. Freunde treffen, Billard spielen aber auch Projekte verwirklichen und eigene Ideen umsetzen. In allen Gemeinden stehen die Jugendarbeiter den jungen Menschen mit Rat und Tat zur Seite.

Die Arbeit eines Jugendarbeiters

Die Jugendarbeiter sind Freizeitanbieter, Projektmanager, Sprachrohr für junge Menschen, Kummerkasten und organisieren ihre Öffentlichkeitsarbeit zugleich. Da kommt also keine Langeweile auf!

Viele Jugendarbeiter arbeiten halbtags und absolvieren berufsbegleitend einen Bachelor in sozialer Arbeit. Meistens sind die Treffs deshalb an zwei bis drei Abenden in der Woche geöffnet und natürlich mittwochs nachmittags, wenn sich die Jugendlichen nach der Schule mit Gleichaltrigen treffen wollen.

Wenn die Treffs tagsüber geschlossen sind, sind das die Momente, in denen die Jugendarbeiter ihre Büroarbeit erledigen. Sie sammeln zum Beispiel Informationen für ihre Projekte, stellen Förderanträge oder tauschen sich mit den anderen Jugendarbeitern aus. Das Networking spielt generell eine wichtige Rolle für sie.

Ziel der Jugendarbeiter ist es, die Interessen der Jugendlichen zu verstehen und eben auch zu vertreten.

Momentan sind die Treffs geschlossen: Sind die Jugendarbeiter trotzdem aktiv?

Die Jugendarbeiter stehen weiterhin im Kontakt zu den Jugendlichen. Sie organisieren Housepartys, das sind Spieleabende über Internet, sie lancieren Foto-Challenges für die Jugendlichen oder planen mit den Jugendlichen das Sommerferienprogramm und vieles mehr.

In Kelmis hat der Jugendarbeiter zum Beispiel eine Wand neu in weiß gestrichen, damit die Jugendlichen im Sommer ein Graffitiprojekt durchführen können. In Lontzen plant die Jugendarbeiterin mit den Jugendlichen ein Zeltlager in Belgien und in Manderfeld bereiten die Jugendarbeiter über Internet mit den Jugendlichen die gesamte Neugestaltung des Treffs vor. 14 Jugendliche aus Bütgenbach sollten mit der OJA in den Osterferien nach Krakau reisen. Hier wird jetzt die Verschiebung der Reise auf den Herbst organisiert.

Ein bisschen Normalität?

Die Jugendarbeiter versuchen in der Tat so nah an den Jugendlichen dran zu bleiben, wie möglich. Wir würden uns aber etwas vormachen, wenn wir meinen, dass diese Phase spurlos an der Jugendarbeit und den Jugendlichen vorbeizieht. Gerade Jugendliche brauchen den Kontakt zu Gleichaltrigen, weil sie sich in einer Lebensphase befinden, wo sie sich vom Elternhaus lösen und ihre Meinungen und Ideen mit denen anderer konfrontieren wollen. Da ist der Face-to-face-Kontakt sehr wichtig. Hier ist es auch Aufgabe der Jugendarbeiter, die Jugendlichen immer wieder auf die Wichtigkeit der Ausgangssperre aufmerksam zu machen.

Hier stehen die Jugendarbeiter für Einzelgespräche über Chatrooms zur Verfügung, denn genau wie viele Erwachsene, stellen sich auch die Jugendlichen viele Fragen, fühlen sich verunsichert oder langweilen sich einfach. Natürlich haben die Jugendarbeiter keine Patentlösungen oder Antworten auf alle Fragen. Aber sie haben ein offenes Ohr.

Wer also die Arbeit der Jugendarbeiter und Jugendarbeiterinnen kennen lernen möchte, ein offenes Ohr braucht oder einfach mal wissen will, was so für die Zeit nach der Krise geplant ist, kann sich auf der Webseite des Jugendbüros jugendbuero.be informieren. Dort findet man die Kontaktdaten aller Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeiter. Jeder ist willkommen!

Infos: Nils Hensen, Jugendbüro

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