Kompass: RDJ-Aktivitäten in Zeiten von Corona

Der Rat der deutschsprachigen Jugend, kurz RDJ, ist das Sprachrohr der Jugendlichen. Auch während der Corona-Krise in den letzten Monaten hat er versucht, so gut es geht die Interessen der Jugendlichen zu vertreten: mit einer Liste von Notrufnummern, mit der Sexting-Kampagne und mit einer Stellungnahme zur Situation der Jugendlichen. Mona Locht, Koordinatorin des Jugendrates, erzählt mehr zu den Aktivitäten.

Mona Locht, RDJ-Koordinatorin (Foto: RDJ)

Mona Locht, RDJ-Koordinatorin (Foto: RDJ)

Der Jugendrat weiterhin aktiv

Natürlich wurden zwei RDJ-Koordinatoren von Mitte März an auch ins Home-Office geschickt und die geplanten RDJ-Veranstaltungen wurden erst Mal abgesagt. Aber Versammlungen haben weiterhin stattgefunden, natürlich alles virtuell. Ich würde darum sagen, dass unsere Arbeitsweise sich nun wegen der Corona-Krise geändert hat, runtergefahren sind wir aber nicht wirklich.

Zu Beginn ging es darum, Jugendliche zu sensibilisieren, zuhause zu bleiben, indem wir auf Instagram zeigten, dass auch wir zuhause sind. Dann haben wir versucht, junge Menschen zu informieren, beispielsweise mit einer Liste von Notrufnummern von Einrichtungen, an die sich Jugendliche bei Problemen wenden können. Nach einer Pause haben wir Anfang April unsere Sexting-Kampagne auch wiederaufgenommen.

Sexting bleibt ein wichtiges Thema

Wenn das Smartphone das einzige Instrument zur Außenwelt ist, können schnell Risiken eingegangen werden, ohne dass man sich dessen bewusst ist. Ich schicke ein intimes Foto an meinen Schwarm, damit ich für ihn interessant bin, und er schickt es gedankenlos an seinen besten Freund – und das Foto könnte einfach weitergeleitet werden.

Wenn sich das soziale Leben hauptsächlich digital abspielt, dann besteht ein hohes Risiko, dass man schnell die Kontrolle verliert. Darum ist es auch und gerade jetzt wichtig, Sexting anzusprechen.

Stellungnahme zur Situation der Jugendlichen

Die Ausgangssperre wurde immer wieder verlängert. Was das für Konsequenzen für die Bevölkerung hat, wurde dabei unterschätzt. Besonders Jugendliche brauchen für ihre persönliche Entwicklung andere soziale Kontakte als nur ihre Familie. Und wenn das Verhältnis zuhause sowieso angespannt ist, macht das dauerhafte Zusammensein die Situation nicht unbedingt besser.

Da braucht es einerseits die Möglichkeit, sich als Jugendlicher mit einer außenstehenden Vertrauensperson zu treffen. Andererseits fehlt in unserer Region ein Online-Angebot zur Beratung und Information, wenn ein Jugendlicher zuhause nicht mehr weiterweiß.

Vor allem jene, die in ihrem Abschlussjahr hingen, waren sehr unsicher: Erhalte ich meinen Abschluss überhaupt? Muss ich mein Jahr wiederholen? Was ist mit meinem Pflichtpraktikum, das ich noch hätte absolvieren sollen? Solche Dinge waren in den ersten Wochen sehr unklar und niemand konnte sagen, wann es neue Informationen dazu gibt. Keine Perspektive zu haben, aber dafür viel Zeit zum Nachdenken haben, das ist keine gute Kombination.

Jugendlager im Sommer und Jugendtreffs ab dem 1. Juli geöffnet

Endlich hat auch die Jugendarbeit eine Perspektive erhalten. Als am 22. Mai diese Nachricht kam, war da zuerst Mal Euphorie. Aber nun geht es daran, die Bedingungen zu analysieren und zu schauen, wie sich die Auflagen in der Realität umsetzen lassen. Die Distanz- und Hygienemaßnahmen lassen sich nicht immer so einfach mit Jugendarbeit kombinieren. Das reduziert aber nicht die Motivation der Jugendleiter und Jugendarbeiter.

Wir vom RDJ versuchen auch, alle Informationen gebündelt zu sammeln und über unsere Kanäle zu veröffentlichen. Wer also auf dem neusten Stand bleiben möchte, kann uns gerne auf Facebook oder Instagram unter rdj.ostbelgien folgen oder unsere Webseite rdj.be besuchen.

Infos: Mona Locht, RdJ-Koordinatorin