Kompass: EU-Jugenddialog – Ergebnisse des siebten Zyklus

Der EU-Jugenddialog ist das wichtigste Instrument der Jugendbeteiligung in Europa. In einem Zeitraum von 18 Monaten treffen sich Jugendliche und politische Entscheidungsträger aus allen EU-Mitgliedsstaaten, um gemeinsam über ein Thema zu diskutieren, Lösungsvorschläge auszuarbeiten und diese im eigenen Land umzusetzen. Der siebte Zyklus mit dem Thema "Chancen für junge Menschen schaffen" ist nun zu Ende gegangen.

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Der EU-Jugenddialog ist eine Methode, um Empfehlungen von Jugendlichen an die Politik auszuarbeiten. Junge Menschen und politische Entscheidungsträger werden an einen Tisch gesetzt, damit sie sich über bestimmte Fragestellungen austauschen.

Innerhalb eines Zyklus wird ein Thema europaweit vorgegeben und von sogenannten nationalen Arbeitsgruppen im eigenen Land verbreitet. Die Ergebnisse der verschiedenen Länder sind dann die Grundlage für die gemeinsame europäische Empfehlung an die Politik.

27 EU-Länder setzen sich während 18 Monaten mit einem Schwerpunktthema auseinander. Nach einer ersten Sammlung von Input bei Jugendlichen folgt eine Konsultation in allen EU-Ländern. So kann aufgezeigt werden, was Jugendlichen konkret wichtig ist, was ihnen dazu fehlt und was die Politik tun kann, um die Lebenssituation der Jugendlichen zu verbessern. Dann wird mit Politikern geschaut, was davon machbar und realistisch ist – und so entsteht anschließend die Empfehlung.

Die Empfehlung wird auf europäischer Ebene beschlossen und richtet sich somit an alle EU-Mitgliedsstaaten – aber sie ist halt nur eine Empfehlung und kein Gesetz. Darum versuchen wir in den nationalen Arbeitsgruppen, diese Empfehlung an die lokalen Politiker und Einrichtungen zu bringen und dabei die Inhalte in den nationalen Kontext zu „übersetzen“.

Das haben wir auch in den vergangenen Wochen für den siebten Zyklus mit dem Thema „Chancen für junge Menschen schaffen“ gemacht. Da dieser Zyklus jetzt vorbei ist, haben wir die finalen Empfehlungen in einem Handbuch zusammengefasst.

Handbuch

Das Handbuch trägt den Titel „Karriere in Ostbelgien?!“ und erklärt, was sich Jugendliche in Europa und speziell in Ostbelgien für ihre Vorbereitung auf und für das Arbeitsleben an sich wünschen.

Vor allem die Berufsorientierung muss laut den Jugendlichen modernisiert und so optimiert werden. Junge Menschen sollen sich im Unterricht mehr ausprobieren dürfen, beispielsweise durch ein Pflichtpraktikum in einem ostbelgischen Betrieb. Auch sollten Berufsanfänger die gleichen Voraussetzungen beim Bewerbungsverfahren haben und nicht aufgrund ihres jungen Alters diskriminiert werden.

Junge Menschen wünschen sich faire Arbeitsbedingungen, einen gerechten Lohn für die getane Arbeit und vor allem eine gute Work-Life-Balance. Dabei soll der Arbeitgeber Flexibilität am Arbeitsplatz ermöglichen, sodass junge Menschen sich wohlfühlen und gerne arbeiten.

Schlussendlich sollte unser ländlicher Raum attraktiver gestaltet werden, indem für neue Mobilitätsansätze gesorgt wird. So müssen sich junge Menschen nicht mehr zwischen Karriere und Ostbelgien wählen, sondern können Karriere in Ostbelgien machen.

Das Handbuch geht an die zuständigen Politiker im Bereich Jugend, Bildung und Beschäftigung und an relevante Einrichtungen wie Arbeitsamt, Gewerkschaften, Wirtschafts- und Sozialrat oder an Sekundar- und berufliche Schulen. Arbeitgeber finden das Handbuch auf der Webseite des Jugenddialogs.

Der RDJ hofft, dass sich dadurch auch etwas in Ostbelgien ändert und die Meinung der rund 500 ostbelgischen und 55.000 europäischen Jugendlichen gehört wird. Das Thema des nächsten Zyklus ist „Demokratie und Beteiligung“.

Weitere Infos auf der Seite des RDJ.

Mona Locht, Jugendrat

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