Kompass: Online-Austausche zwischen Jugend und Politik

Im Rahmen des EU-Jugenddialoges starten diese Woche Online-Austausche zwischen Jugend und Politik. Das Ziel ist es, herauszufinden, wie Jugendliche in politische Entscheidungsprozesse miteinbezogen werden möchten. Insgesamt finden sechs solcher Diskussionen statt, die der Rat der deutschsprachigen Jugend (RDJ) mit dem Jugendbüro und der Unterstützung von Erasmus+ und Ostbelgien organisiert. Mona Locht, Koordinatorin des RDJ, erzählt uns heute mehr zu den anstehenden Veranstaltungen.

Online-Austausche RDJ

Mona, warum organisiert ihr die Online-Austausche?

Wir als RDJ koordinieren die ostbelgische Arbeitsgruppe des EU-Jugenddialoges. Der Jugenddialog behandelt aktuell europaweit das Thema „Space & Participation for all“, sprich Jugendbeteiligung. Aktuell versuchen wir herauszufinden, wie sich ostbelgische Jugendliche Jugendbeteiligung vorstellen, was sie dazu brauchen und welche Hindernisse bestehen. Wir haben uns nicht für eine bloße Diskussion unter Jugendlichen entschieden, sondern direkt mit Entscheidungsträgern. So hören diese, was Jugendliche sich eigentlich wünschen und können direkt sagen, was davon umsetzbar ist.

Was ist denn der EU-Jugenddialog?

Der EU-Jugenddialog ist eine Methode, um Empfehlungen für die zukünftige Jugendpolitik in Europa und in Ostbelgien zu sammeln. Junge Menschen und Entscheidungsträger setzen sich an einen Tisch, um sich über eine bestimmte Fragestellung auszutauschen. Die Themen werden europaweit vorgegeben und auf sogenannten europäischen Jugendkonferenzen zwischen den EU-Ländern diskutiert. Es gibt nationale Arbeitsgruppen, die das Thema in ihrem Land bearbeiten, so wie wir das mit unserer Arbeitsgruppe im RDJ machen.

Und wie entstehen die finalen Empfehlungen?

Zu Beginn werden in allen EU-Ländern Meinungen gesammelt und anschließend in einem europäischen Bericht ausgewertet. Auf dieser Grundlage wird dann versucht, das von den Jugendlichen Gewünschte testweise umzusetzen. Abschließend werden diese Aktionen evaluiert und so entstehen dann politische Handlungsempfehlungen, die quasi einen Rahmen schaffen, damit sich die Lebensqualität von jungen Menschen bezüglich der jeweiligen Thematik verbessert.

Was bedeutet das konkret für das aktuelle Thema?

Mit Hilfe der Online-Austausche sammeln wir jetzt die Meinungen der jungen Menschen: Wie möchten sie sich an politischen Entscheidungen beteiligen? Da sie direkt mit Entscheidungsträgern sprechen, berücksichtigen wir von vornherein, ob die Wünsche der Jugendlichen von politischer Seite aus überhaupt umsetzbar sind. Zusätzlich wird es ab Januar auch eine Online-Umfrage geben. Auf Basis der Resultate werden wir dann Mitte des kommenden Jahres in Ostbelgien Aktionen umsetzen, damit die Jugendbeteiligung verbessert werden kann. Ende des Jahres ziehen wir dann Bilanz: Was funktioniert hier gut? Worauf müssen wir besonders achten? Woran muss noch gearbeitet werden?

Welche Entscheidungsträger werden bei den Online-Austauschen dabei sein?

Wir organisieren mehrere Austausche mit jeweils einer Person bzw. einer Einrichtung. Am Dienstag ging es los mit einem Austausch mit Kattrin Jadin, gestern Abend fand der nächste mit Isabelle Weykmans statt. Heute und morgen folgen dann Oliver Paasch und Karl-Heinz Lambertz. Mitte Dezember gibt es noch jeweils einen Austausch mit Pascal Arimont und mit dem Institut für Demokratiepädagogik. Für die letzten drei kann man sich per Online-Formular aktuell noch anmelden, immer bis Mitternacht vor dem jeweiligen Austausch.

Wie laufen die Austausche ab?

Jeder Austausch findet komplett online statt, dauert ca. eine Stunde und wird moderiert. Wir beginnen mit einer kleinen Umfrage, an der Jugendliche und Politiker teilnehmen. Darauf basierend startet dann die Diskussion, die sich immer auf die jeweilige Zuständigkeit des Politikers oder der Einrichtung konzentriert. Die Diskussionen laufen darum immer anders ab: Mal geht es ums Wählen ab 16, mal um politische Bildung in der Jugendarbeit, mal um eine Jugendvertretung im Parlament. Wir haben die Austausche inhaltlich also schon vorbereitet, um so die Meinungen der Jugendlichen herauszukitzeln und nicht vor einem weißen Papier zu sitzen. Trotzdem ist die Diskussion sehr offen, sodass die Wünsche und Bedürfnisse der Jugendlichen im Fokus stehen.

Wie kann man sich anmelden?

Um den Teilnehmern am Tag des Austausches den jeweiligen Zugangslink zu schicken, ist eine Anmeldung vorab nötig. Jeder junge Mensch bis 30 Jahre kann sich einfach per Online-Formular anmelden. Das Formular ist auf unseren RDJ-Social-Media-Kanälen unter rdj.ostbelgien oder auf www.jugenddialog.be zu finden. Da gibt es auch mehr Informationen zum EU-Jugenddialog – ein wirklich spannendes Instrument der Jugendbeteiligung, an dem sich Jugendliche auch unabhängig von den Online-Austauschen beteiligen können.

Infos: Mona Locht, RDJ