Kompass: Virtuelle Leiterausbildung

Seit letztem Jahr ist der Rat der deutschsprachigen Jugend wieder für die Organisation der Grundausbildung zum ehrenamtlichen Jugendleiter zuständig. Sie ist der erste Schritt, um den Anerkennungsnachweis als ehrenamtlicher Jugendleiter zu erhalten. Normalerweise findet die Grundausbildung zweimal jährlich statt – doch durch Corona ist alles anders.

Virtueller Ausbildungsraum (Screenshot RDJ)

Virtueller Ausbildungsraum (Screenshot RDJ)

Worum geht es in der Grundausbildung ?

In der Grundausbildung erlernen die Jugendlichen spielerisch die theoretischen und praktischen Inhalte, die sie brauchen, um ein verantwortungsbewusster Jugendleiter zu werden: Spielpädagogik, die Entwicklung im Kindes- und Jugendalter oder auch die Kommunikation mit Jugendlichen, Eltern oder Drittpersonen. Die Ausbildung umfasst insgesamt 40 Stunden und beinhaltet zusätzlich einen Erste-Hilfe-Kurs. Ausgebildet werden die Jugendlichen von Ehren- oder Hauptamtlichen, die selbst seit vielen Jahren in der Jugendarbeit aktiv sind.

Wie findet die Grundausbildung normalerweise statt?

Normalerweise gibt es eine Frühjahrs- und eine Herbstausbildung, die jeweils während zwei Wochenenden im Kultur- und Begegnungszentrum Burg-Reuland stattfinden. Die Herbstausbildung ist grundsätzlich für die Ehrenamtlichen der Jugendorganisationen bestimmt, die Frühjahrsausbildung für die Ehrenamtlichen der Jugendtreffs. Sie steht aber auch allen anderen interessierten Jugendlichen ab 15 Jahren offen.

Inwiefern wurde die Leiterausbildung durch die Corona-Krise beeinflusst?

Eigentlich sollte die Grundausbildung zum ersten Mal seit 2012 wieder durch den RDJ zusammen mit der KLJ Ostbelgien, den Pfadfinderinnen Obere Weser und den Patro Mädchen organisiert werden. Aber aufgrund der Corona-Situation im Oktober musste die Grundausbildung drei Tage vor dem ersten Wochenende abgesagt werden. Da es für die Jugendorganisationen wichtig ist, dass anerkannte Jugendleiter ausgebildet werden, hat sich die zuständige AG umgehend dazu entschlossen, eine virtuelle Alternative vorzubereiten. Innerhalb von acht Wochen gelang es den hauptsächlich Ehrenamtlichen der Arbeitsgruppe, die virtuelle RDJ-Grundausbildung zu erstellen.

Wie funktioniert denn die virtuelle Leiterausbildung?

Die Eröffnung erfolgte Anfang Januar mit einem Webinar und einer virtuellen Ausstellung, sodass sich die Jugendlichen untereinander und die Methode der Ausbildung kennenlernen konnten. Sie besteht aus einer Kombination aus Online-Seminaren und Selbsterlernungsmodulen: Die insgesamt 44 angemeldeten Jugendlichen nehmen an zwei Wochenenden im Januar und Februar gemeinsam an Online-Seminaren teil. Im Vorhinein müssen sie interaktive und kreative Aufgaben auf einer Lernplattform lösen. Beispielsweise müssen sie Audio- oder Videoaufnahmen hochladen, in denen sie versuchen, ein Spiel zu erklären oder Begeisterung für ein Spiel zu vermitteln.

Und was passiert während der Online-Seminare?

Dann werden die Aufgaben in der Gruppe reflektiert und ergänzt durch weitere Aufgaben. Vergangenes Wochenende mussten sich die Jugendlichen beispielsweise zum Thema „Rechte und Pflichten eines Jugendleiters“ vor einer ehemaligen Richterin verantworten. Nach dem Abschluss der Online-Seminare ist auch noch ein Präsenztag geplant, bei dem die Jugendlichen ein großes Außenspiel leiten müssen. Da sollen sie dann zeigen, was sie bisher in der Grundausbildung gelernt haben. Leider ist es aktuell noch ungewiss, wann dieser Tag stattfinden kann.

Und damit sind die Auszubildenden dann offiziell anerkannte Jugendleiter?

Nicht ganz, denn nach der Grundausbildung folgt ein mindestens 30-stündiges Praktikum in der jeweiligen Jugendorganisation oder dem Jugendtreff. Dann erst erhalten die Jugendlichen den Anerkennungsnachweis als ehrenamtliche Jugendleiter. Dieses offizielle Dokument ist für den Lebenslauf der Jugendlichen interessant, aber auch die Jugendorganisationen und Jugendtreffs sind darauf angewiesen: Die Jugendorganisationen brauchen eine gewisse Anzahl anerkannter Jugendleiter für ihre Sommerlager und in den Jugendtreffs können so auch anerkannte Jugendleiter den Jugendtreff selbstständig öffnen.

Wird für die Jugendlichen der Jugendtreffs auch eine virtuelle Alternative ausgearbeitet?

Da es sich bei diesen Jugendlichen um eine andere Zielgruppe handelt und diese mehr Beziehungsarbeit benötigt, möchten die Vertreter der offenen Jugendarbeit bevorzugt eine physische Ausbildung organisieren. Wir schauen gerade nach den Möglichkeiten, damit im Frühjahr oder Sommer 2021 eine solche physische Ausbildung organisiert werden kann.

Wo gibt es mehr Informationen zur Grundausbildung?

Informationen zum Aufbau, zur Anmeldung und zum Erhalt des Anerkennungsnachweises für ehrenamtliche Jugendleiter sind auf unserer Website verfügabar: www.rdj.be/leiterausbildung. Bei weiteren Fragen sind wir natürlich gerne per E-Mail an info@rdj.be oder per Instagram oder Facebook unter rdj.ostbelgien erreichbar.

Infos: Mona Locht, RDJ