Kompass: EU-Jugenddialog: Jugendbeteiligung – aber wie?

Der EU-Jugenddialog ist das wichtigste Instrument der Jugendbeteiligung in Europa. Dabei setzen sich junge Menschen und Entscheidungsträger an einen Tisch, um Empfehlungen für die Jugendpolitik auszuarbeiten. Ein Thema wird europaweit vorgegeben und durch sogenannte nationale Arbeitsgruppen in jedem Land bearbeitet. In Ostbelgien gibt es auch eine solche nationale Arbeitsgruppe, die vom RDJ koordiniert wird.

RDJ-Online-Austausch mit Pascal Arimont

Der EU-Jugenddialog

Er ist eine Methode, um die Meinungen von jungen Menschen zu sammeln und so die Jugendpolitik zu verändern. Während 18 Monaten steht in ganz Europa ein Thema im Mittelpunkt. Auf europäischer Ebene werden in diesem Zeitraum halbjährlich europäische Jugendkonferenzen organisiert, auf denen hunderte Jugendvertreter und Entscheidungsträger über das vorgegebene Thema diskutieren. Der Jugenddialog findet aber auch national statt, indem nationale Arbeitsgruppen das gleiche Thema in ihrem Land bearbeiten und dazu Meinungen sammeln, Diskussionsrunden mit Entscheidungsträgern organisieren oder die Empfehlungen an die zuständigen Akteure weiterleiten.

Nationale Arbeitsgruppe in Ostbelgien

In Belgien kümmert sich jede Sprachgemeinschaft eigenständig um den Jugendbereich. Wir haben also in Belgien die besondere Situation, dass es drei nationale Arbeitsgruppen gibt. In Ostbelgien wird die Arbeitsgruppe durch den Jugendrat koordiniert. Weitere Mitglieder sind jeweils ein Vertreter des Fachbereichs Kultur & Jugend des Ministeriums und der Nationalagentur Erasmus+ und aktuell sechs junge Menschen, die sich ehrenamtlich in der Arbeitsgruppe engagieren.

Aktuelles Thema

Seit Juli 2020 steht das Thema „Demokratie & Beteiligung“ im Mittelpunkt. Zu Beginn wurden in ganz Europa bei Veranstaltungen oder Diskussionsgruppen Meinungen gesammelt, um herauszufinden, was junge Menschen brauchen, um sich beteiligen zu können und wie sie sich beteiligen möchten. In Ostbelgien wurde dazu sechs Online-Austausche zwischen Jugendlichen und Entscheidungsträgern organisiert und u. a. über politische Bildung, Wählen ab 16 oder jugendfreundliche Politik gesprochen.

Schlussfolgerungen zu den Online-Austauschen

Zwei zentrale Punkte wurden in allen Diskussionen immer wieder aufgeworfen: Junge Menschen wünschen sich zum einen eine bessere politische Bildung in der Schule, um sich überhaupt politisch beteiligen zu können. Dabei sollte politische Bildung nicht von Schule oder Lehrer abhängig sein, sondern es sollte das gleiche Basiswissen in Sachen Politik vermittelt werden. Zum anderen wollen die Jugendlichen mehr Austausch zwischen Jugend und Politik. Junge Menschen möchten mehr in Kontakt mit Politikern oder politischen Einrichtungen treten, damit für sie die Hemmschwelle zur Beteiligung kleiner wird.

Was wurde mit diesen Schlussfolgerungen gemacht?

Sie wurden an ostbelgische Entscheidungsträger weitergeleitet und es wurde das Gespräch mit einigen Entscheidungsträgern gesucht. Zudem wurde damit bestätigt, dass die nationale Arbeitsgruppe bzw. der RDJ mehr Austausche zwischen Jugend und Politik organisieren sollte. Mit der virtuellen Podiumsdiskussion für Abiturienten & Studenten von letzter Woche wurde also der richtige Weg eingeschlagen. Genauso wurden die Ergebnisse auf europäischer Ebene weitergeleitet, sodass sie auch dort bearbeitet werden können.

Folgen der Ergebnisse aus Ostbelgien auf europäischer Ebene

Jugendforscher haben aus allen nationalen Ergebnissen einen europäischen Bericht erstellt. Dieser Bericht wurde im letzten Monat auf der europäischen Jugendkonferenz in Portugal, bzw. durch Corona virtuell von zuhause aus, von Jugendvertretern und Entscheidungsträgern diskutiert. Das Resultat ist eine Toolbox mit Lösungsansätzen, die die nationale Arbeitsgruppe nutzen kann, um Aktionen für eine bessere Jugendbeteiligung zu organisieren. Auch ostbelgische Vertreter haben an der Jugendkonferenz teilgenommen und interessanten Input erhalten.

Konkrete Aktionen auf Basis der gesammelten Meinungen

Gerade überlegt die ostbelgische Arbeitsgruppe, welche konkrete Aktion sie organisieren möchte, um einer besseren Jugendbeteiligung ein Stück näher zu kommen. Zudem findet parallel auch eine Online-Umfrage in ganz Europa statt, damit empirisch Daten gesammelt werden können. Diese wird gerade verbreitet, damit detaillierte Meinungen von Jugendlichen zum Thema Jugendbeteiligung gesammelt werden können.

Wo kann diese Umfrage ausgefüllt werden?

Die Umfrage ist auf der Webseite jugenddialog.be verfügbar. Dort gibt es auch den Nachbericht zu den Online-Austauschen, zu der virtuellen Podiumsdiskussion und zur europäischen Jugendkonferenz. Wer sich also dafür oder für den Jugenddialog im Allgemeinen interessiert, kann einfach auf dieser Webseite rumstöbern und den RDJ bei Interesse kontaktieren.

Infos: Mona Locht, RDJ