Verbrauchtertipp: Fair-Trade-Rosen zum Valentinstag

Was sollte man seiner Liebsten zum Valentinstag schenken? In den meisten Fällen sind es Blumen. Viele davon stammen aus fairem Handel. Selbst Supermärkte wie Delhaize, Lidl, Aldi oder Carrefour bieten hin und wieder Fair-Trade-Blumen an. Doch der Bedarf an Blumen am Valentinstag ist besonders groß.

Rote Rosen

Foto: Jose Jacome (epa)

Woher stammen die meisten Fair-Trade-Blumen?

Die wichtigsten Produzenten für Fair Trade Blumen sind Kenia, Tansania und Äthiopien, allesamt afrikanische Länder. Wenn es um den Blumenhandel allgemein geht, dann führt kein Weg an Aalsmeer vorbei. Das ist ein kleiner Ort vor den Toren von Amsterdam. Hier befindet sich die größte Blumenbörse der Welt, die Wallstreet des Blumenhandels. Hier werden 60 Prozent der Blumen gehandelt, die es auf der Welt gibt.

Wo liegen die Herausforderungen bei Fair Trade Blumen?

Das Problem ist, dass im Blumensektor die Arbeitsbedingungen und Produktionsbedingungen in verschiedenen Ländern äußerst schlecht sind. Ganz zu schweigen von den niedrigen Löhnen, die ausgezahlt werden sowie der hohe Pestizideinsatz. Großen Herausforderungen, die das Label Fair Trade versucht zu bewältigen. Der Geldfluss ist transparent oder muss transparent sein, ebenso die Rückverfolgbarkeit der Pflanzen. Jede Pflanze ist mit einem bestimmt Code versehen. Fair Trade garantiert ihren Mitarbeitern auf den Farmen ein stabiles Einkommen und setzt sich für eine geringere Pestizidbelastung ein.

Fair Trade ist längst bei uns angekommen, man denke an den Fair Trade Kaffee. Gilt das auch für Blumen?

Ja, um es mal positiv auszudrücken. Die VSZ hat vor ein paar Jahren eine Umfrage gestartet, wie viele Blumenläden in Ostbelgien Fair Trade Blumen anbieten. Das waren schon eine ganze Reihe. Im Bewusstsein des Verbrauchers setzt sich das Fair Trade-Label allmählich durch.

Wie sicher kann der Verbraucher sein, ob eine gekaufte Fair-Trade-Rose auch wirklich Fair Trade ist?

Schwarze Schafe gibt es immer, damit muss man rechnen. ZDF-Journalisten haben vor Jahren einen Etikettenschwindel aufgedeckt, wo man Blumen aus einem Nachbarbetrieb in Kenia kurzerhand als Fair-Trade-Blumen verkauft hat, weil die Nachfrage plötzlich so groß war. Gerade an Valentinstagen oder an Muttertagen kann es passieren, dass nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Allerdings hat die Organisation Fair Trade diese Sache sehr ernst genommen, ist ihr nachgegangen und hat auch entsprechende Maßnahmen getroffen und die Farm für kurze Zeit geschlossen. Dieses Ereignis bewegt sich noch unterhalb einer Fehlerquote von einem Prozent.

Sollte man Blumen aus regionalem Anbau kaufen?

Bio-Blumen gibt es zwar schon, leider aber nur in wenigen Anbaustätten in den Niederlanden. Das ist einfach viel zu wenig. Das klingt zwar komisch, aber eine Fair Trade-Rose aus Kenia verbraucht viel weniger Energie, selbst wenn diese mit dem Flugzeug nach Europa transportiert worden ist, als eine Rose aus einem niederländischen Gewächshaus. Ganz einfach weil der Energieaufwand für die niederländischen Gewächshäuser enorm groß ist.

Infos: Bernd Lorch, VSZ Ostbelgien