Verbrauchertipp: Shrinkflation – weniger Inhalt, gleicher Preis

Alles wird teurer. Dieses Gefühl beschleicht viele Menschen ganz besonders in diesen Tagen und Wochen, wenn sie an der Supermarktkasse stehen. Aber es gibt noch eine andere, subtilere Art der Preiserhöhung. In diesem Zusammenhang ist von „Shrinkflation“ die Rede.

Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale

Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale (Foto: BRF)

Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Shrinkflation“?

„Shrinkflation“ ist ein Begriff aus dem Marketing. Dieser setzt sich zusammen aus dem englischen Wort “shrink” – das heißt schrumpfen – und aus dem Wort Inflation. Hierbei geht es ganz einfach darum, dass die Portionsgröße von Konsumgütern verändert wird oder die Verpackung mit weniger Inhalt befüllt wird.

Warum verringern die Hersteller den Inhalt der Verpackungen?

Die gesamte Lebensmittelindustrie ist bemüht, die aktuell immer stärker steigenden Rohstoffpreise aufzufangen. Den Erzeugern bieten sich in diesem Zusammenhang zwei Möglichkeiten: Entweder sie erhöhen ihre Preise oder sie verkaufen eine geringere Menge zum selben Preis. So werden einfach ein paar Chips weniger in die Tüte oder ein paar Blätter WC-Papier weniger auf die Rolle gepackt. Diese versteckte Art der Preiserhöhung erfreut sich derzeit einer großen Beliebtheit bei den Herstellern, denn diese macht sich einen psychologischen Effekt zu eigen: Es tut weniger weh, wenn die Packung ein paar Gramm weniger enthält, als wenn der Preis um ein paar Cent steigt.

Warum fällt den Verbrauchern die veränderte Verpackungsgröße nicht auf?

Das ist ein weiterer Trick. Äußerlich ändert sich oft nichts an der Packungsgröße, sodass es dem Verbraucher gar nicht bewusst ist, dass er weniger Inhalt kauft. Darum sollten Verbraucher beim Einkauf nicht nur die Preise der verschiedenen Hersteller miteinander vergleichen, sondern auf die Preise pro Liter oder pro Kilogramm achten. Denn nur so können sie versteckten Preiserhöhungen auf die Schliche kommen.

Ist ein derartiges Vorgehen rechtens?

An diesem Verfahren ist nichts Illegales. So lange die Gewichts- oder Volumenangaben auf dem Etikett der Wahrheit entsprechen, ist diese Vorgehensweise vollkommen in Ordnung. Aber natürlich ist es moralisch bedenklich, wenn Verbraucher bewusst hinters Licht geführt werden. Dies ist ganz klar der Fall, wenn etwa Verschlüsse derart verändert werden, dass weniger Inhalt in die Verpackung passt oder aber wenn die Form des Produktes geändert wird, um die Packung gefüllter aussehen zu lassen. Dies ist zum Beispiel bei Keksen oder Schokoriegeln der Fall, die runder geformt werden oder deren Schokoüberzug welliger ist, sodass sie die Packung besser füllen. Denn es ist davon auszugehen, dass die Verbraucher nicht so genau hinschauen oder das Etikett lesen, wenn die Verpackung wie immer aussieht.

Infos: Bernd Lorch, VSZ Ostbelgien