Verbrauchertipp: Gesundes Grillen

Sommerzeit ist Grillzeit. Ob auf dem Balkon, im Garten oder auf dem Rasenstück vor der Mietwohnung – wenn das Fleisch brutzelt, kommt Partystimmung auf. Aber die Beliebtheit dieser uralten Garmethode hat unter gesundheitsbewussten Zeitgenossen in den letzten Jahren leider einen Dämpfer erhalten. Benzopyren und Nitrosamine heißen die Spielverderber.

Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale

Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale (Foto: BRF)

Beim Grillen können krebserregende Stoffe entstehen. Benzopyren bildet sich insbesondere dann, wenn Fleischsaft, Fett oder Öl in die Glut tropft und sich Flammen entzünden. Um dies zu verhindern, sollte entweder Alufolie aufs Rost gelegt werden oder sollten Aluminiumgrillschalen verwendet werden. Verkohlte Stellen an gegrilltem Fleisch, Gemüse oder Obst sollten abgeschnitten und keinesfalls verzehrt werden.
Nitrosamine entstehen beim Grillen vor allem, wenn gepökeltes Fleisch, wie etwa Mettwürste, Kasseler, geräucherter Speck oder Leberkäse, gegrillt werden. Das im Pökelsalz enthaltene Nitrit verbindet sich unter starker Hitzeeinwirkung nämlich mit dem im Fleisch enthaltenen Eiweiß zu krebserregenden Nitrosaminen.

Sicherheit geht vor

Der Grill sollte immer kippsicher und in einem Abstand von rund fünf Metern zu brennbaren Materialien aufgestellt werden. Für den Notfall sollte zum Löschen immer ein Eimer Sand in greifbarer Nähe sein. Denn beim Kontakt von Wasser mit heißem Fett kann es zu einer Explosion kommen. Der Grillmeister sollte unbedingt eine Schürze und Handschuhe tragen sowie eine lange Grillzange verwenden, um sich vor Fettspritzern zu schützen.

Grill richtig anzünden

Mit Hilfe eines Anzündkamins ist es ein Leichtes, den Grill schnell und sicher anzuwerfen. Wer keinen solchen Kamin zur Hand hat, muss mit der konventionellen Methode vorliebnehmen: Etwas Holzkohle wird zunächst zu einer Pyramide aufgeschichtet und Anzündhilfen wie etwa Holz-Würfel mit Paraffin werden zwischen die Holzkohle gelegt. Aus einem doppelten Grund sollte auf die Verwendung von Produkten wie Spiritus, Benzin oder Petroleum verzichtet werden. Zum einen besteht eine hohe Verbrennungsgefahr durch Verpuffungen, zum anderen können die Chemikalien ins Grillgut wandern und den Geschmack verderben.

Die Holzkohle sollte so lange durchglühen, bis sich eine weiße Ascheschicht gebildet hat. Mittels Föhn oder Fächer kann dieser Prozess beschleunigt werden. Fleisch, Fisch oder Gemüse gehören erst dann aufs Rost, wenn kein Rauch mehr aufsteigt.

Grillkohle ist nicht gleich Grillkohle

Die klassische Holzkohle ist in der Regel leicht entzündbar und braucht nicht so lange zum Anglühen. Ihr Nachteil: Sie verglüht schneller und folglich muss häufiger nachgelegt werden. Bei Grillbriketts dauert es wesentlich länger, bis sie entflammen und von einer Ascheschicht überzogen sind; dafür halten sie aber auch entsprechend länger. Auf die Verwendung von Kiefernzapfen, Holz oder Papier sollte verzichtet werden, da auch hier schädliche Stoffe entstehen können.

Es geht auch ohne Kohle

Der typische Grillgeschmack entsteht vor allem beim Grillen mit einem Holzkohlegrill. Wer aber lieber schnell und fast ohne Vorheizen grillen möchte, sollte sich für einen Gas- oder Elektrogrill entscheiden. Diese haben noch einen weiteren Vorteil: Weil hier kein Rauch entsteht, entwickeln sich auch weniger gesundheitsschädliche Stoffe. Aufgrund des anfallenden Abfalls sollte auf den Einsatz von Einweggrills verzichtet werden.

Weitere Infos sind unter www.vsz.be abrufbar.

Infos: Bernd Lorch, VSZ Ostbelgien