Verbrauchertipp: Was kommt in die Reiseapotheke?

In wenigen Tagen beginnt wieder die Urlaubszeit. Nach zwei Jahren Corona-Krise und den damit verbundenen Einschränkungen ist die Reiselust riesengroß. Bevor es losgeht, müssen nicht nur das Auto gecheckt oder die Koffer gepackt werden. In den Koffer gehört auf jeden Fall auch eine gut sortierte Reiseapotheke. Denn wenn nicht nur im übertragenen sondern im wahrsten Sinne des Wortes das Reisefieber ausbricht , man sich im Urlaub mit Magen-Darm-Problemen herumplagen muss oder ein Stachel tief im Fleisch sitzt, sind adäquate Medikamente gefragt.   

Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale

Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale (Foto: BRF)

Der Umfang der medizinischen Ausstattung hängt vom Reiseziel und von der Reisedauer ab. Für einen einwöchigen Familienurlaub an der Nordseeküste ist die Reiseapotheke anders als für eine dreiwöchige Trekkingtour in Mittelamerika zu bestücken. 

Grundausstattung

Zur Grundausstattung gehören Desinfektionsmittel, Verbandsmaterial, Pflaster und Mullbinden. Eine sterile Pinzette und eine saubere Schere sind ebenfalls nützlich. Bei hohen Temperaturen und in Ländern, in denen hohe Infektionsgefahr herrscht, sollten kleinere Wunden unbedingt sofort desinfiziert werden. Medizinische Mundschutzmasken – bestenfalls FFP2-Masken – gehören ebenso ins Gepäck wie Mittel gegen Durchfall. Hier sollte man neben einem sogenannten „Sofortblocker“ auch ein Mittel mit Heilwirkung auf Basis von Milchfermenten oder Kohletabletten vorsehen. Nicht zuletzt sollte auch ein Schmerzmittel gegen Kopf- oder Wundschmerzen wie etwa Paracetamol und das Fieberthermometer eingepackt werden. Auch Sonnenschutz und Salben gegen Insektenstiche und Sonnenbrand gehören in die Reiseapotheke. Und bei einer Reise mit Kleinkindern dürfen Säfte oder Zäpfchen gegen Übelkeit, Fieber und Schmerzen nicht fehlen.

Cook it, pell it or forget it!

Wer im Urlaub auf Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene achtet, kann Durchfallerkrankungen vorbeugen. Imbissstände in warmen Ländern sollten generell gemieden werden. Auch sollte Wasser abgekocht bzw. nur Wasser aus Flaschen konsumiert werden, da das Leitungswasser in vielen Ländern häufig nicht ausreichend gereinigt ist. Und für Fernreisen lautet die Devise: „cook it, pell it or forget it!“. Will heißen: nach Möglichkeit nur gekochte oder gebratene Lebensmittel zu sich nehmen oder geschältes Obst oder Gemüse verzehren. Wenn das nicht verfügbar ist, sollte lieber ganz drauf verzichtet werden.

Augen auf beim Medikamentenkauf im Ausland

Beim Kauf von Medikamenten im Ausland ist Vorsicht geboten. Denn alleine schon aufgrund der möglichen Sprachbarriere könnte der Einkauf zu einem Lotteriespiel werden. Vor allem außerhalb Europas sind zudem Medikamentenfälschungen im Umlauf, mit denen man im schlimmsten Fall seine eigene Gesundheit aufs Spiel setzen kann. Vor diesem Hintergrund empfiehlt es sich, sich vor Abreise von einem Apotheker beraten zulassen und die Reisapotheke vor Antritt des Urlaubs zusammenzustellen. Natürlich darf man seine notwendigen Medikamente nicht vergessen. Wenn man unter einer chronischen Erkrankung leidet oder regelmäßig Medikamente einnehmen muss, sollte man auf Nummer sicher gehen und diese – für den Fall, dass der Koffer abhanden kommt – in ausreichender Menge im Handgepäck mitführen.

Weiter Infos sind im Netz unter www.vsz.be abrufbar.

Infos: Bernd Lorch, VSZ Ostbelgien