Verbrauchertipp: Earth Overshoot Day

Heute müsste eigentlich Schluss sein mit dem Autofahren, dem Duschen, dem weltweiten Ressourcenverbrauch. Denn mit dem heutigen Tag sind alle natürlichen Ressourcen für das gesamte Jahr 2022 aufgebraucht. Jedes Jahr errechnet die Umweltorganisation Global Footprint Network den Tag, an dem die Menschheit so viele natürliche Ressourcen verschlungen hat, wie die Erde in einem Jahr regenerieren bzw. produzieren kann. Dieser Tag heißt Earth Overshoot Day, zu Deutsch „Welterschöpfungstag“.

Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale

Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale (Foto: BRF)

Die Gründe für das frühzeitige Erreichen des Welterschöpfungstages sind vielfältig. Dem Verschwinden von Wäldern fällt eine besondere Rolle zu. Immer mehr Wälder – und vor allem die für das Gleichgewicht des Klimas enorm wichtigen Regenwälder – werden abgeholzt. Alle 8 Sekunden verliert unser Planet Regenwald in der Größe eines Fußballfeldes. Diese gerodeten Flächen werden oft nur genutzt, um Palmöl, Soja oder Mais anzubauen – also Getreide, das entweder für die Tiermast verwendet oder zu Biotreibstoff verarbeitet wird. Ein anderer Grund ist die Überfischung der Meere. In den 1970er Jahren waren rund zehn Prozent aller Fischbestände überfischt. Heute sind es deren schon 30 Prozent. Die massive Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Erdöl, Gas und Holz wirkt sich ebenfalls extrem negativ auf den ökologischen Fußabdruck aus.

Belgien leider kein Musterschüler

Belgien hat im Vergleich zu anderen Ländern einen sehr großen ökologischen Fußabdruck. Dieser liegt derzeit bei 6,3 Hektar, während der Weltdurchschnitt sich bei 2,3 Hektar bewegt. Den „nationalen” Overshoot Day hatte Belgien bereits sehr früh im Kalenderjahr erreicht: Seit dem 28. März leben die Belgier schon auf Pump. Würden alle Menschen so leben wie ein Durchschnittsbelgier, dann wären mindestens 3,5 Erd-Planeten erforderlich, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen…

Jeder ist gefordert  – und kann seinen Beitrag leisten

Zunächst wäre es interessant, seinen eigenen ökologischen Fußabdruck zu berechnen. Im Netz bieten verschiedene Portale diese Möglichkeit. Aber auch der WWF oder das Footprint Network liefern auf ihren Internetportalen Lösungsansätze, um den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verringern. Jeder kann seinen Beitrag leisten, indem er zum Beispiel

  • weniger fliegt,
  • wenn möglich nicht alleine und vor allem langsamer mit dem Auto fährt,
  • weniger Fleisch verzehrt und stattdessen mehr Obst und Gemüse aus regionalem und biologischem Anbau konsumiert,
  • die Energieeffizienz in seinen eigenen vier Wänden überprüft und gegebenenfalls verbessert
  • sein Kaufverhalten überdenkt, indem er weniger, dafür aber länger haltbare Dinge einkauft.

Infos: Bernd Lorch, VSZ Ostbelgien