Verbrauchertipp: Strom sparen, aber wie?

Vor dem Hintergrund der hohen Energiepreise ist Sparen angesagt. Dies gilt auch beim Strom. Denn ein Viertel des Energieverbrauchs von Haushalten entfällt auf elektrische Energie.

Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale

Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale (Foto: BRF)

Bei der Anschaffung von Stromgeräten sollte der Verbraucher auf die Energieklassen achten. Weist das Gerät eine hohe Energieeffizienzklasse und verbraucht somit wenig Strom, lässt sich leicht Geld einsparen. Die früher verwendete  Plusklassen wurden in der Zwischenzeit durch neue Energieeffizienzklassen ersetzt: Neben den Buchstaben gibt es eine Farbskala, die von grün, d.h. besonders sparsam, bis dunkelrot für wenig energieeffizient reicht.

Standby-Modus vermeiden

Neuere Geräte dürfen laut EU-Vorgabe nur noch bis zu 0,5 Watt verbrauchen. Das kann sich dennoch zusammenläppern, weil Geräte, die mit einem Netzwerk verbunden sind – zum Beispiel Smart-TVs, Drucker oder Spielekonsolen – von dieser Regelung ausgenommen sind. Vor diesem Hintergrund macht es Sinn, diese Geräte vom Strom zu nehmen oder stattdessen an einer schaltbaren Steckdosenleiste anzuschließen. So können bis zu 70 Prozent Energie eingespart werden.

Wasch- und Spülmaschine optimal befüllen

Auch die Wasch- und die Spülmaschine bieten Möglichkeiten, Energie einzusparen. Beide Geräte sollten erst dann angeworfen werden, wenn sie gut gefüllt sind. Auch  sollten sie im Eco-Modus laufen, da dies – obschon die Geräte länger laufen – Energie und Wasser spart. Experten empfehlen zudem, die Wäsche bei niedrigeren Temperaturen zu waschen: Bei Handtücher, Unterwäsche und Bettwäsche sollte die Waschtemperatur bei 60 oder 40 Grad liegen, für Buntwäsche genügen schon 30 bis 40 Grad. Wäschetrockner hingegen sind wahre Stromfresser. Wer kann, sollte zum Trocknen seiner Wäsche auf die Wäscheleine zurückgreifen.

Effizient Backen und Kochen

Beim Kochen und Braten sollte immer ein Deckel verwendet werden. Das spart Zeit und Strom. In den Topf muss nicht zu viel Wasser gefüllt werden: Für Gemüse, Eier und Kartoffeln reichen 1–2 cm Wasser aus. Auf diese Weise bleiben auch die Vitamine erhalten.

In den Wasserkocher ist nur die effektiv benötigte Menge Wasser einzufüllen.

Beim Backen am besten möglichst Umluft verwenden, denn dies sorgt für eine Energieeinsparung von bis zu 15 Prozent im Vergleich zu Ober- und Unterhitze. Und zu guter Letzt kann bei den meisten Speisen wie Aufläufen, Fertiggerichten, Pizzen oder Kuchen aufs Vorheizen verzichtet werden und zudem der Backofen einige Minuten vor Ende der Garzeit ausgeschaltet werden.

Stromsparend kühlen und gefrieren

Es empfiehlt sich, ältere Geräte mittels Energiemessgerät zu prüfen. Manchmal ist es angebrachter, das noch funktionierende, aber enorme Mengen an Strom fressende Gerät fachgerecht zu entsorgen und ein neues mit der entsprechenden hohen Energieeffizienz anzuschaffen.

Aber auch beim alltäglichen Gebrauch dieser Geräte lässt sich Energie sparen. Noch warme Speisen gehören nicht in den Kühlschrank und dieser sollte genauso wie die Gefriertruhe beziehungsweise der Gefrierschrank nicht länger als nötig geöffnet bleiben. Auch auf die Temperatureinstellung ist zu achten. Wird die Temperatur um nur 1 °C niedriger eingestellt, steigt der Stromverbrauch bereits um etwa 6 Prozent.

Weitere Infos gibt’s auch im Netz unter www.vsz.be.

Infos: Bernd Lorch, VSZ Ostbelgien