Verbrauchertipp: Abschluss des Projektes „Gesundes Essen für alle“

„Gesundes Essen für alle“ lautet der Titel eines Pilotprojekts, das von der Verbraucherschutzzentrale und dem Patienten Rat&Treff lanciert wurde. Dessen Ziel ist es, Kunden der Lebensmittelhilfe und der sozialen Treffpunkte zu motivieren, sich gesünder zu ernähren und ihnen Kenntnisse über Haltbarkeitsdaten zu vermitteln. In einer zweiten Phase wurde jetzt ein Plakat erstellt, um die breite Bevölkerung der DG anzusprechen und für diese Themen zu sensibilisieren. 

Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale

Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale (Foto: BRF)

Jeder 7. Belgier ist von Armut bedroht. Und auch in Ostbelgien ist es so, dass sich benachteiligte Familien oft schlechter ernähren und häufiger an Übergewicht leiden. Oberste Priorität dieser Menschen ist es, einfach satt zu werden. Die Qualität der Ernährung ist dabei zunächst einmal zweitrangig. Die Folgen sind bekannt: Übergewicht, Herz-Kreislauferkrankungen oder aber Diabetes. Und das belastet den Gesundheitssektor und treibt die Kosten in die Höhe.

Drei Kernbotschaften

Mithilfe des Projektes sollen drei Kernbotschaften vermittelt werden. Zum ersten geht es um das Mindesthaltbarkeitsdatum. Viele Verbraucher denken, dass Lebensmittel nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums entsorgt werden müssen. Das stimmt nicht. Zunächst gilt es zu schauen, zu riechen und dann zu schmecken. Auf diese Weise kann Müll und vor allen Dingen Geld gespart werden.

Die zweite Botschaft handelt von der Wertschätzung von Obst und Gemüse. Ob nun die Möhre mit zwei Beinen, der Apfel mit ein paar dunklen Stellen oder die überreife Bananen – sie alle sind durchaus essbar und mit Ihnen lassen sich leckere Gerichte zubereiten. Der dritte Aspekt dreht sich um das gesunde Essen: Wasser ist besser als Limonade oder Cola, Gemüse und Obst sollten an die Stelle von Fast Food treten und Fleisch sollte nur in begrenztem Maße verzehrt werden.

Drei Aktionen

Um die Menschen zu sensibilisieren, wurde zu jeder der drei Kernbotschaften jeweils in Eupen und St. Vith eine Aktion durchgeführt. Dabei handelte es sich beispielsweise um  Show Cooking vor dem Eingang der Lebensmittelhilfen, eine verstärkte Verteilung von Obst und Gemüse oder aber Event-Vorträge in sozialen Treffpunkten, in deren Rahmen die Themen auf spielerische Art und Weise vorgestellt wurden. Zudem wurde mit Flyern und Bannern auf die jeweilige Botschaft aufmerksam gemacht.

Erklärvideos in sieben Sprachen

Um diese Botschaft auch über die Projektdauer zu erhalten, wurden zu jedem Thema ein Erklärvideo in sieben Sprachen (Arabisch, Russisch, Türkisch, Ukrainisch, Englisch, Französisch und Deutsch) erstellt und auf Youtube hochgeladen. Damit auch eine große Anzahl an Menschen auf diese Videos aufmerksam werden, entwickelten die Projektpartner in Zusammenarbeit mit dem Grafiker Marc Derwahl ein Plakat, auf dem man zu jeder Sprache einen QR-Code findet. Wer diesen Code mit seinem Smartphone einscannt, gelangt direkt zu den Videos auf Youtube. Dieses Plakat wurde nun flächendeckend in der ganzen DG verteilt.

Projektpartner und Unterstützer

Das Pilotprojekt wird finanziert von der Deutschsprachigen Gemeinschaft, der König-Baudouin-Stiftung und dem BFKV (Belgisches Forschungs- und Kompetenzzentrum der Verbraucherorganisationen). Ein zusätzlicher Dank gebührt allen anderen Beteiligten des Projektes. Seien es nun Traduko von Info-Integration, die bei den unterschiedlichen Übersetzungen Hilfe geleistet haben oder auch Thomas Birnbaum vom Medienzentrum, der bei der Videobearbeitung technisch unter die Arme gegriffen hat. Nicht zu vergessen Marc Derwahl von Eckraum – Grafikdesign für die grafische Umsetzung, Melanie Magney für die Unterstützung in leichter Sprache  und natürlich auch alle öffentlichen Organisationen, die das Plakat aufgehängt haben und uns somit helfen die Botschaft von „Gesundes Essen für alle“ unters Volk zu bringen.

Weitere Infos finden Sie im Netz unter www.vsz.be und unter www.patientenrat.be.

Infos: Bernd Lorch, VSZ Ostbelgien