Akne – was kann man dagegen tun?

Die häufigste Form von Akne ist die Akne Vulgaris. Sie tritt in der Pubertät auf, wenn der Körper vermehrt Hormone produziert. Das Steuerungsorgan für die Hormonproduktion, die Hirnanhangdrüse, ist mit diesem plötzlichen Überschuss an Hormonen überfordert.

Es dauert Jahre, bis sich die Menge an Testosteron bzw. das Verhältnis von Testosteron und Östrogen auf einem normalen Niveau eingepegelt hat. Es gibt aber auch Sonderformen der Akne: Die Neugeborenenakne verschwindet in der Regel nach wenigen Wochen von selbst.

Bei der androgenetischen Akne der Frau tritt durch die Überproduktion von Testosteron eine Vermännlichung auf. Die Akne Conglobata ist die schwerste Form der Akne und muss auf jeden Fall medizinisch behandelt werden.

Der erhöhte Testosteronpegel ist die Ursache für Akne. Testosteron ist zwar das männliche Sexualhormon, kommt aber auch im weiblichen Körper vor, genau wie Östrogen, also das weibliche Sexualhormon auch im männlichen Körper vorkommt.

Testosteron regt die Talgproduktion an. Dieser vermehrte Talg kann nicht abfließen. Die Poren verstopfen, der Talg verhärtet und so entstehen Mitesser. Das ist die leichteste Stufe der Akne. Aus den Mitessern entwickeln sich Pickel.

Der aufgestaute Talg gelangt in das Gewebe der Talgdrüse und sorgt für eine Entzündung. Wenn Bakterien in das entzündete Gewebe eindringen, bildet sich Eiter. Bei ganz schweren Formen von Akne kommen noch entzündete Knoten hinzu. Betroffen sind außer dem Gesicht häufig auch Hals, Brust und Rücken. Diese schwere Form hinterläßt häufig großflächige Narben.

Die Behandlung von Akne ist langwierig. Ein Allheilmittel, das jedem hilft, ist noch nicht erfunden. Oft sind viele Arztbesuche nötig, bis man das richtige Mittel oder die richtige Kombination aus verschiedenen Mitteln gefunden hat. Am Anfang der Behandlung kann eine Verschlechterung eintreten. Es kann einige Wochen dauern, bis sich das Hautbild erholt hat.

Der erste Schritt ist immer die richtige Hautreinigung. Akne hat allerdings nichts mit mangelnder Sauberkeit zu tun. Meist leiden Aknepatienten unter einer übermäßigen Fettproduktion. Die Haut wird dann am besten mit alkoholischen Lösungen oder synthetischen Hautreinigungsmitteln, sogenannten Syndets gereinigt. Ein Peeling schält die Verhornungen ab, die die Poren verstopfen und beugen so der Bildung von Mitessern vor.

Wenn das nicht hilft, muss die Akne mit Medikamenten behandelt werden. Dazu steht eine Reihe von Antibiotika zur Verfügung. Sie werden entweder äußerlich aufgetragen oder in Tablettenform eingenommen. Jungen Frauen kann eine Antibabypille verabreicht werden. Der Östrogenanteil blockiert die Wirkung des Testosterons. Aber: Bei diesen Formen der Pille treten Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme und Probleme mit den Venen häufiger auf.

In sehr schweren Fällen steht ein weiteres Medikament zur Verfügung, die 13-cis-Retinsäure. Sie ist ein Abkömmling der Vitamin-A-Säure. Sie reduziert die Talgproduktion und verkleinert die Talgdrüsen. Leider wird diese Behandlung mitunter von Nebenwirkungen wie trockenen Schleimhäuten oder Gelenk- und Muskelschmerzen begleitet. Das Medikament darf nicht in der Schwangerschaft eingenommen werden.

Auch die Öffnung der Pickel, also das Ausdrücken, ist eine mögliche Behandlungsform. Sie sollte aber unbedingt eine Fachkraft vornehmen und nicht im Sebsttest erfolgen. Dadurch können schwere Infektionen auftreten. Die Öffnung sollte von anderen Therapien begleitet werden.

Bild:istock

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