Migräne – Terror im Kopf

In der Regel gilt: Einmal Migräne, immer Migräne - Eine Heilung gibt es bisher nicht. Allerdings kann man einiges tun, um besser mit der Migräne zurechtzukommen. Fit & gesund gibt Tipps für Migränepatienten.

Es fühlt sich an, als ob ein Zug durch den Kopf rattert. Migräne, das sind anfallartige Kopfschmerzen, die in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen wiederkehren. Meist wütet der Schmerz in einer Kopfhälfte, begleitet werden die Attacken oft von Übelkeit und Erbrechen sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit.

Kurz: Die Nerven liegen blank, der ganze Mensch leidet. So ein Anfall kann sich gerne auch mal zwei bis drei Tage hinziehen. Bei vielen Migränikern kündigt sich der Schmerz durch neurologische Ausfälle an, die sogenannte „Aura“. Meist handelt es sich um Sehstörungen, aber auch Taubheitsgefühle, Lähmungen oder Sprachstörungen sind möglich.

Migräne: die Ursachen

Ursache für die Migräne sind Durchblutungsstörungen im Gehirn. Dabei handelt es sich um eine Erweiterung von Blutgefäßen, die später in eine Verengung übergehen. Diese beiden Mechanismen sind für den Migränekopfschmerz verantwortlich.

Auslöser für einen Migräneanfall können sogenannte „Trigger“: Faktoren, auf die die Betroffenen besonders sensibel reagieren. Diese Auslösefaktoren sind individuell sehr unterschiedlich. Eine große Rolle spielt Stress, wobei viele Migränepatienten gerade dann einen Anfall erleiden, wenn der Stress nachlässt, also zum Beispiel nicht etwa im größten Trubel bei der Arbeit, sondern am Wochenende zu Hause, wenn sie zur Ruhe kommen. Schlafmangel oder Alkoholkonsum können ebenfalls Auslöser sein. Auch die Schwankungen im Hormonspiegel vor oder während der Menstruation spielen eine Rolle.

Unbedingt zum Arzt gehen!

Wer häufig unter Kopfschmerzen leidet, sollte die Ursache vom Facharzt abklären lassen. Durch die klassischen Symptome lässt sich Migräne meist gut von anderen Kopfschmerzarten unterscheiden. Wer seine Kopfschmerzen zu lange selbst behandelt, läuft Gefahr die Sache zu verschlimmern. Schmerztabletten länger als zwei Wochen am Stück eingenommen können nämlich selbst wieder Schmerzen auslösen. Der sogenannte „medikamenteninduzierte Kopfschmerz“ ist schwer zu diagnostizieren und dementsprechend auch schwer zu behandeln.

Wenn die Diagnose Migräne lautet, kann ein Behandlungskonzept entwickelt werden. Hilfreich ist, wenn der Patient einen Kopfschmerzkalender führt. Darin wird jeder Anfall aufgezeichnet, auch Stärke, Dauer, Medikamente und mögliche Auslösefaktoren werden darin vermerkt. Dadurch wird deutlich, in welchen Situationen die Migräne immer wieder auftritt. Auch den Erfolg der Behandlung kann man an dem Kalender ablesen.

Zu Behandlung gibt es eine Reihe von Medikamenten. In vielen Fällen hilft eine Kombination aus verschiedenen Schmerzmitteln. Es gibt aber auch spezielle Migränemedikamente, die Triptane. Sie sorgen dafür, dass die Erweiterung der Blutgefäße zu Beginn der Attacke gestoppt wird und sich die Gefäße wieder zusammenziehen. Für manchen Patienten sind Triptane ein Segen, doch nicht jeder darf sie einnehmen. Sie sind ungeeignet für Menschen mit Bluthochdruck oder Herzkrankheiten. In sehr schweren Fällen gibt es die Möglichkeit, vorbeugende Medikamente zu nehmen. Doch hier müssen Nutzen und Risiko sorgfältig gegeneinander abgewogen werden, da diese Medikamente – es handelt sich um Antiepileptika – schwere Nebenwirkungen haben können.

Alternative Therapien

Neben der medikamentösen Behandlung kann man auch auf alternative Therapien zurückgreifen. Die Osteopathie ist eine solche Therapieform, die ganz ohne Medikamente auskommt. Sie sieht den Menschen als Ganzes, im Vordergrund steht daher nie eine einzelne Krankheit. Schuld an krankhaften Prozessen sind Störungen in einem der Systeme im Körper, etwa an den Gelenken, Muskeln oder Organen. Daher sucht der Osteopath zunächst einmal nach diesen Störungen. Zur Untersuchung und Behandlung benutzt der Osteopath ausschließlich seine Hände. Zuätzlich kann es sein, dass eine Ernährungsumstellung empfohlen wird.  Bei Migränepatienten ist es meist so, dass sie im Abstand von fünf bis sechs Monaten wiederkommen sollten.

Angst vor Folgeerkrankungen müssen Migränepatienten nicht haben. Es gibt zwar statistisch gesehen ein leicht erhöhtes Schlaganfallrisiko. Relevant wird dies aber erst in Verbindung mit anderen Erkrankungen, wie beispielsweise Bluthochruck.

In der Regel gilt: Einmal Migräne, immer Migräne – Eine Heilung gibt es bisher nicht. Allerdings kann man einiges tun, um besser mit der Migräne zurechtzukommen. Und immer dran denken: Es ist noch jeder Anfall vorbei gegangen …

sh

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