Klick sicher: Anbändeln im Netz

Heute geht es um ein Thema, mit dem sich auch die Eupener Kollegen der Kriminalpolizei in letzter Zeit sehr oft befassen müssen: Begegnungen im Netz, die sich als Erpressung entpuppen.

Klick sicher in Zusammenarbeit mit der Föderalen Kriminalpolizei

Heute geht es um ein Thema, mit dem sich auch die Eupener Kollegen der Kriminalpolizei in letzter Zeit sehr oft befassen müssen: Begegnungen im Netz, die sich als Erpressung entpuppen.

Wir nennen ihn Bruno. Er ist geschieden, hat sich auf einer Datingseite und einem sozialen Netzwerk angemeldet und wird von einer jungen Frau afrikanischer Herkunft kontaktiert. Angeblich wohnt sie in Paris. Sie fordert ihn auf, über Facebook mit ihr zu chatten.

Bruno lässt sich darauf ein. Er chattet stundenlang mit dieser Frau, die ihn dazu bringt, persönliche Informationen preiszugeben, und angibt, sich in ihn verliebt zu haben.

Er nennt seine Adresse, seine Telefonnummer, seinen Beruf, Arbeitgeber und seine E-Mail-Adresse und noch viele andere persönliche Informationen über sein Leben. Alles Dinge, über die seine neue Bekannte sich sehr erfreut zeigt.

Als Gegenleistung sendet sie ihm eine Kopie ihres Ausweises, der das Vertrauen zu ihr stärken soll. Sie kündigt an, bald zu ihm nach Belgien zu kommen, um seine Bekanntschaft zu machen, verfügt aber nicht über das nötige Geld. Hier wird sie bereits um eine Geldsumme bitten, Bruno lehnt diesmal aber ab.

Sie chatten weiter. Schließlich lädt sie Bruno ein, seine Webcam zu aktivieren und Skype oder MSN zu nutzen. Er lässt sich darauf ein. Beide entdecken die Interessen des jeweils anderen. Es wird spät und das Gespräch wird mehr und mehr … sagen wir unverblümt. Bruno soll die Hüllen fallen lassen, diesmal nicht im übertragenen Sinne, sondern wörtlich. Er soll sich ausziehen, seine Partnerin sagt zu, das gleiche zu tun. Bruno ist euphorisch und folgt der Einladung.

Einige Tage später erhält Bruno eine Mail, in der er aufgefordert wird, eine Geldsumme via Western Union zu zahlen. Falls er dies nicht tut, wird ein nicht jugendfreies Video von ihm im Internet veröffentlicht werden. Und tatsächlich, ein Video und Bilder sind über You Tube und Facebook zu sehen. Bruno reicht Klage ein. Die Behörden erreichen sehr schnell, dass das Video gelöscht wird.

Eine unglückliche Geschichte, die Gott sei Dank an dieser Stelle für Bruno endet. Dies zeigt uns, dass die Kriminellen im Netz wirklich alle Register ziehen. Ihre persönlichen Daten sind Gold wert. Und was ist mit der Kopie des Ausweises, werden Sie fragen. Der war, wie sich bei der Polizei herausstellte, mit einem Bearbeitungsprogramm gefälscht worden. Seien Sie also auf der Hut, wenn man Sie auffordert, Ihre Daten im Internet mitzuteilen, und vor allem, tun Sie im Netz nichts, was Sie im wirklichen Leben nicht auch tun würden.

Nächste Woche informiert die Föderale Polizei an dieser Stelle wieder über Betrug im Internet, der oft sehr unterschiedliche Formen aufweisen kann.

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5 Kommentare
  1. Gerd Melchior

    Das zeigt uns mal wieder wie vorsichtig man heutzutage sein muss. Es ist wirklich schlimm wenn man Menschen gegenüber heutzutage misstrauisch sein muss

  2. Hermann Grabowski

    vor allem gefährlich für alle Exhibitionisten unter uns … der arme Bruno hätte wohl besser ein Freudenhaus aufgesucht …

  3. Pit Demmer

    Die offizielle Bezeichnung für diese Art des Internetbetrugs ist: SCAM – das Stichwort wenn man danach im I-Net suchen will.
    Wer sich unsicher ist ob eine Bekanntschaft „echt“ ist kann sich anonym in Anti-Scam Foren sachkundige Info´s und Hilfen holen.

    Pit

  4. Angela Kerstges

    Ich finde die Sendung“klick sicher “ sehr gut! Man kann durch sie einiges abschätzen, worauf man achten muss!

  5. Nicole Müller

    Sorry aber wer so freizügig mit seinen Daten wie „Bruno“umgeht,der muss wohl Lehrgeld zahlen..

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