Das kleine 1×1 der Heilpflanzen: Löwenzahn

"Frühjahrsputz" für den Körper: Löwenzahn regt die wichtigsten Entgiftungsorgane an. Er verbessert die Fettverdauung, unterstützt die Leber und regt den Organismus an. Die Rezepte für Löwenzahn-Salat, -Tee oder -Saft.

Den Löwenzahn (Taraxacum officinalis) kennt jedes Kind. Er ist auf allen Kontinenten in den gemäßigten Klimazonen beheimatet. Die gezähnten Blätter sind rosettenartig angeordnet und die kräftige Pfahlwurzel kann sogar Asphalt sprengen.

Der Stängel ist hohl und führt Milchsaft, die gelben Blüten sehen aus wie kleine Sonnen. Wenn sie verblüht ist, bildet sie viele Samen, die an kleinen „Fallschirmen“ befestigt sind. Deshalb ist der Löwenzahn allgemein als Pusteblume bekannt.

Mythologie: die Geschichte des Löwenzahns

Seinen Namen hat der Löwenzahn von seinen gezähnten Blättern, die immer anders aussehen. An sonnigen Standorten sind die Blätter stark gezähnt, an schattigen Standorten haben sie fast gar keine „Zähne“.

Der französische Name Pissenlit (Bettnässer) weist nicht auf sein Aussehen, sondern auf seine Wirkung hin: Er wirkt harntreibend.

Jedes Kind kennt den Löwenzahn, weil er eine der ersten Blumen im Frühling ist, die besonders auffallen und in großen Mengen vorkommen.

Kinder lieben ihn nicht nur wegen seiner hübschen Blüten, sondern auch als Spielzeug: Man kann aus den Blumen Ketten und Kränze winden, Trompeten aus den Stängeln basteln oder sich später an der Pusteblume erfreuen.

Wirkung: Wann hilft Löwenzahn?

Im Winter bewegen sich die Menschen meist weniger, sitzen oft drinnen, haben dadurch weniger frische Luft und weniger Sonnenbestrahlung. Zudem ist die Nahrung meist vitaminärmer. Dies führt im Frühjahr oft zu Müdigkeit, Trägheit, Arbeitsunlust, fahler und schlaffer Haut. Manche bringen ein paar Pfunde mehr auf der Waage.

Der Frühling ist also der richtige Zeitpunkt seinen Körper von innen zu reinigen: „Frühjahrsputz“ zu halten.

Entgiftend und anregend

Die Natur schenkt uns dazu zum richtigen Zeitpunkt ein wichtiges Hilfsmittel: den Löwenzahn. Seine Bitterstoffe regen unsere wichtigsten Entgiftungsorgane an: Leber, Galle, Darm und Nieren. Durch die vermehrte Produktion von Gallesaft wird die Fettverdauung verbessert, sowie Verstopfung und Blähungen beseitigt.

Frühjahrsmudigkeit ist häufig Zeichen einer ungenügenden Leberfunktion. Hier ist der Löwenzahn das Mittel der Wahl, denn er unterstützt die Leber und hat eine allgemein anregende Wirkung auf den gesamten Organismus.

Außerdem wird die Blutbildung angeregt. Nährstoffe wie Vitamin B12 und Eisen werden besser ins Blut aufgenommen. Er hat eine leicht abführende Wirkung auf den Darm und wirkt nicht zuletzt wegen seines hohen Kaliumgehalts harntreibend.

Bei Rheuma

Löwenzahn ist also die Pflanze für die Frühjahrskur. Eine jährliche Entschlackungskur ist für jeden Menschen sinnvoll, da so vielen chronischen Krankheiten vorgebeugt werden kann.

Besonders Rheumatiker sollten im Frühjahr eine Kur mit Löwenzahn machen, da rheumatische Erkrankungen meist auf Ablagerung von Stoffwechselendprodukten im Körper zurückzuführen sind. Besonders Menschen, die unter Arthrose leiden, werden nach einen Löwenzahnkur deutlich spüren, wie die Steifheit in den Gelenken nachlässt.

Zubereitung

Arzneilich werden vom Löwenzahn die Blätter und die Wurzel verwendet. Man erntet sie im frühen Frühjahr, vor der Blüte.

Wildkräuter-Salat

Die jungen Blätter des Löwenzahns mit Salatdressing und evl. mit gekochten Kartoffeln und hartgekochten Eiern vermischen und als Salat essen.

Tee

2 Teelöffel geschnittene, frische Blätter oder 1 TL getrocknete Blätter mit kochendem Wasser übergießen und nach zehn Minuten Ziehzeit abgießen. Wenn der Tee nicht nur Blätter, sondern auch die Wurzel des Löwenzahns enthält, sollte man ihn mit kaltem Wasser ansetzen, zum Kochen bringen, nur kurz aufkochen lassen und 10 Minuten ziehen lassen.

Saft

Wer eine geeignete Saftpresse hat, kann den Löwenzahn auch auspressen und seinen Saft trinken. Im Fachhandel kann man solche Pflanzenfrischsäfte allerdings auch das ganze Jahr über kaufen.

2-3 Esslöffel Saft mischt man im Verhältnis 1:5 mit Wasser (noch besser: Buttermilch) und trinkt dies täglich über vier Wochen.

Das kleine 1×1 der Heilkräuter – in Zusammenarbeit mit der Heilpflanzenakademie APC in Elsenborn. Jeden zweiten und vierten Freitag im Monat um 11:15 Uhr in ‚Gut aufgelegt‘ auf BRF1 und hier im Netz.
Kontakt: 0474/55.08.38 (Michaela Schumacher-Fank)

Hinweis: Bei ernsthaften Beschwerden ziehen Sie bitte Ihren Arzt zu Rate.

Michaela Schumacher-Fank

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