Fit & gesund: Brustkrebs-Früherkennung rettet Leben

An keiner Krebserkrankung sterben soviele Frauen wie an Brustkrebs. In Belgien erkranken jedes Jahr etwa 9.500 Frauen daran.

Nach aktuellen Zahlen überlebt im Schnitt jede dritte Patientin die Krankheit nicht. Langjährige Studien aus Skandinavien haben gezeigt, dass die Heilungschancen umso größer sind, je früher ein Tumor entdeckt wird. Daher setzt die Medizin im Kampf gegen Brustkrebs auf die Früherkennung.

In Belgien gibt es seit einigen Jahren ein kostenloses Mammographie-Screening. Das Angebot richtet sich an Frauen zwischen 50 und 69 Jahren, denn in dieser Altersklasse treten zwei Drittel der Mammakarzinome auf.

Kostenlose Untersuchung alle zwei Jahre

Frauen dieser Zielgruppe haben das Recht, alle zwei Jahre kostenlos an einer Mammographie teilzunehmen. In der DG nahmen im vergangenen Jahr nur 14,4 Prozent das Angebot wahr. Deshalb startet das Ministerium der DG in dieser Woche eine Sensibilisierungskampagne. Poster und Broschüren, ausgelegt bei Ärzten und Apothekern sowie bei den Landfrauen, werben für die Teilnahme an der Reihenuntersuchung.

Für den Mammotest werden von jeder Brust zwei Röntgenbilder in verschiedenen Ebenen gemacht und anschließend durch einen Radiologen genau befundet. Dann gehen die Bilder an das Referenzzentrum der Französischen Gemeinschaft in Mont-St.-Guibert, wo ein zweiter Radiologe die Bilder begutachtet.

Dieses Prozedere geschieht seit Beginn des Jahres digital und die Bilder werden via internet übermittelt. Das hat das Warten auf die Ergebnisse verkürzt.

„Auffällig“ ist nicht gleich Krebs

Etwa jede zehnte Frau wird zurückbestellt, das heißt, in ihrer Brust wurde etwas Auffälliges entdeckt. Das bedeutet aber keineswegs, dass diese Frauen Brustkrebs haben. Es sind weitere Untersuchungen nötig, um die Gewebeveränderung abzuklären. In neun von zehn Fällen stellt sich der Befund als harmlos heraus.

Für den Mammotest gelten hohe Qualitätsstandards. Sie wurden von der Eusoma, der Europäischen Gesellschaft für Mastologie, festgelegt. Nur spezielle Radiologiepraxen dürfen das Screening vornehmen. Die Geräte unterliegen laufenden Kontrollen und die Radiologen müssen regelmäßige Fortbildungen nachweisen.

Niedrige Fehlerquote

In der DG sind die zugelassenen Radiologiezentren den Krankenhäusern in Sankt Vith und Eupen zugeordnet. Die strengen Richtlinien garantieren zu 95% eine richtige Diagnose. Falschpositive Befunde werden mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Folgeuntersuchungen entdeckt und ein falschnegativer Befund, also ein übersehener bösartiger Tumor, ist beim nächsten Screening meist immer noch im Anfangsstadium.

Selbstverständlich gibt es in der Medizin keine 100-prozentige Sicherheit und es unterliegt der Eigenverantwortung jeder Frau, wie sie mit dem Thema Brustkrebs umgeht. Aber: Die Aussicht, den Krebs frühzeitig genug aufspüren zu können und damit die Heilungschancen deutlich zu erhöhen ist eine feste Größe, die man in seine Überlegungen einbeziehen sollte.


sh

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