Fit & gesund: Magersucht

Jedes hundertste Mädchen leidet inzwischen an Magersucht. Die 16-jährige Juliette gehört dazu. Sie lernt im Universitätsklinikum Aachen, wieder regelmäßig zu essen und sich so zu akzeptieren, wie sie ist.

Die 16-jährige Juliette lernt in Aachen, wieder regelmäßig zu essen

Die 16-jährige Juliette lernt in Aachen, wieder regelmäßig zu essen

Jedes hundertste Mädchen leidet inzwischen an Magersucht. Besonders häufig trifft es 14- bis 16-jährige Mädchen. Durch Hungern und Erbrechen, durch den Gebrauch von Abführmitteln und übermäßig viel Sport wird das Körpergewicht so extrem verringert, dass Lebensgefahr besteht.

Fit & gesund zeigt am Beispiel der 16-jährigen Juliette, wie es zu der Erkrankung kommen konnte und wie die Heilungsschritte in der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Aachener Klinikums aussehen.

Magersucht: Ursachen und Folgen

Die Mädchen verdrängen die Tatsache, dass sie sich selbst in den Hungertod treiben. Ihr Körperbild ist völlig verzerrt und gestört, ihre Gedanken kreisen nur noch um die Themen Essen, Figur, Kalorien und Gewicht. Trotz Untergewicht empfinden sie sich als zu dick.

Als Folgeerscheinung gibt es nicht nur das extreme Untergewicht. Die Menstruationsblutung bleibt aus und es kommt zu Herzproblemen. Eine Spätfolge kann Osteoporose sein. Magersüchtige Mädchen sind häufig sehr kontrolliert und diszipliniert. Sie fühlen sich unverstanden und gelten als sehr dünnhäutig.

Die Ursachen von Magersucht sind vielschichtig. Körperliche Veränderungen in der Pubertät können dazu gehören, aber auch genetische Veranlagungen oder das Rollen- und Modebild unserer Zeit. Dennoch gibt es keine allgemeingültigen Eigenschaften, die zu dieser Erkrankung führen. Jede Magersucht beginnt mit einem Auslöser, der mit einer problematischen Lebenssituation zu tun hat.

Im fortgeschrittenen Stadium geht es nicht mehr ohne medizinische und psychologische Hilfe. Die bekommt man in der Euregio u.a. in der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikums Aachen. Dort werden magersüchtige Mädchen stationär aufgenommen und lernen, wieder regelmäßig zu essen.

Sind sie weitgehend körperlich stabilisiert, beginnt eine Psychotherapie (gegebenenfalls auch mit den Eltern), um herauszufinden, wie es dazu kam und was im Leben verändert werden muss.

Behandlung in der Universitätsklinik Aachen

Für Kinder und Jugendliche aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft mit psychischen oder psychiatrischen Problemen, die in einer Klinik behandelt werden müssen, stehen zwei Bettenplätze im Universitätsklinikum Aachen zur Verfügung. Die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft hat seit dem Jahre 2006 eine Vereinbarung mit dem Universitätsklinikum über die akut stationäre kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung.

Die Aufnahme im Klinikum kann von den niedergelassenen Ärzten beantragt werden. Der Facharzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie im Universitätsklinikum entscheidet, ob eine Aufnahme in Aachen tatsächlich erforderlich ist oder ob möglicherweise auch die Angebote in der DG eine Alternative sind. Dabei steht er in intensivem Austausch mit dem Verbindungsarzt der Deutschsprachigen Gemeinschaft, Dr. Rainer Stosch, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Die Behandlung im Aachener Universiätsklinikum wird von den belgischen Krankenkassen übernommen bis auf den üblichen Eigenanteil der Patienten.

Kontakt

Klinik für Kinder-und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie
Universitätsklinikum der RWTH Aachen
Frau Dr. Katharina Bühren
Neuenhofer Weg 21
D – 57074 Aachen
Tel: +49 241 80-88737


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