Indian Summer – eine faszinierende Zeit

Der so genannte Indian Summer, hierzulande auch als Altweibersommer bezeichnet, bietet ein farbenprächtiges Schauspiel in einer Vielzahl von Blattfärbungen.

Die Palette reicht von gelb, orange und rot bis braun mit zahlreichen Zwischentönen.

Wo kommen die Farben her?

Es ist schon eine sehr interessante und spannende Sache, die sich alljährlich bei unseren Laubbäumen abspielt. Nüchtern betrachtet ist eine chemisch-biologische Reaktion für die Umfärbung der Blätter verantwortlich. So ist z.B. die kräftige Rotfärbung in erster Linie auf den Farbstoff Anthocyan und im Weiteren auf Carotinoide zurückzuführen, die im Laufe der Wachstumszeit von dem allgemein bekannten grünen Chlorophyll überdeckt werden.

Der Zweck dieser Umfärbung ist wissenschaftlich nicht vollständig geklärt. Eventuell dienen die kräftigen Farben zur Abschreckung von Insekten, die ihre Eier auf diesen Blättern ablegen wollen. Sehr wichtig ist zu dieser Jahreszeit für alle Bäume der Abtransport von Stoffwechselprodukten in Zweigen, Ästen oder Stämmen, wo sie als Reservestoffe bis zur nächsten Vegetationszeit eingelagert werden.

Kühle Nächte und sonnige Tage haben auf den Grad der Ausfärbung einen wesentlichen Einfluss. Leider ist diese faszinierende Zeit mit den ersten frostigen Nächten schnell vorbei und die farbige Pracht löst sich von den Zweigen und Ästen und fällt zu Boden.

Wohin mit den gefallenen Blättern?

Der teilweise spontane Laubfall lässt bei dem Hobbygärtner und Gartenbesitzer die Frage aufkommen: wohin mit dem Laub? Es wäre viel zu schade und eine große Verschwendung, die zurzeit anstehenden Materialien (und dazu gehören auch Staudenrückschnitt, Schnittgut von Hecken und Sträuchern oder auch der Inhalt von ausgedienten Balkonkästen) alle über die Mülltonne zu entsorgen.

Ein wertvoller Humus …

Unter bestimmten Voraussetzungen lässt sich ein wertvoller Humus für den Garten gewinnen. Statt der Verwendung von Torf kann in vielen Bereichen des Gartens Kompost als wertvoller Humusersatz eingesetzt werden. Grundsätzlich können alle organischen Materialien zu einem wertvollen Kompost aufbereitet werden. Die anfallenden Blätter, Zweige oder auch der Rasenschnitt sollten gesammelt und gut miteinander gemischt werden. Denn auf die Mischung kommt es an, ob ein Kompost funktioniert, d.h. ob eine thermische Reaktion in Gang gesetzt wird.

Funktioniert es, so können Temperaturen von über 60 ° C bei dem Verrottungsprozess erreicht werden. Durch die Einwirkung der relativ hohen Temperaturen werden in der Regel Pflanzenkrankheiten oder Unkrautsamen vernichtet. Bei der Auswahl der Materialien sollte auf größere Mengen von Walnusslaub oder Eichenlaub verzichtet werden, da in den Blättern ein zu hoher Gehalt von Gerbsäuren vorhanden ist, die den Kompostierungsablauf verzögern oder sogar verhindern.

Ebenfalls ist es nicht ratsam, gekochte Küchenabfälle wie z. B. Reste von Speisen oder auch Verarbeitungsabfälle von Fleisch, Fisch und Geflügel dem Kompost beizufügen, denn hier besteht die Gefahr der Anziehung von Ratten und anderen unangenehmen Schädigern.

Bei einem normal funktionierenden Verlauf lässt sich so eine Humusgewinnung innerhalb eines Jahres verwirklichen.

… oder Biomüll

Auch die einfache Entsorgung von Gartenabfällen über den so genannten Biomüll oder „Grüne Tonne“ ist sinnvoll und ratsam, da hier kontrollierte Bedingungen des Kompostierungsablaufes durch moderne technische Einrichtungen gewährleistet sind. Somit geht wertvolles Material nicht verloren und eine Rückführung des organischen Materials in den natürlichen Recyclingkreislauf ist gewährleistet.

Wie mit dem Kompost umgehen?

Grundsätzlich eignet sich der fertige Kompost zur allgemeinen Bodenverbesserung und zur Anreicherung des Bodens mit Humus. Dabei werden auch Nährstoffe, die für die Pflanzenversorgung wichtig sind, zum Nulltarif mitgeliefert.

Kompost sollte niemals untergegraben werden, denn die Sauerstoff liebenden Bakterien entfalten ihre beste Wirkung durch flaches Ausbreiten des Kompostes im Frühjahr auf der Bodenoberfläche. Dabei sollte die Aufwandmenge 5 ? 6 l je m2 nicht überschreiten.

Die Versorgung des Gartens mit dieser Kompostdüngung spart den Kauf und die Anwendung von Kunstdünger und reicht zur Ernährung für fast alle Gartenkulturen vollständig aus.

Die Verwendung von reinem Kompost als Topfpflanzenerde oder als Pflanzerde für Balkonkästen oder Kübel ist nicht zu empfehlen, denn die Inhaltsstoffe von reinem Kompost sind für die jungen und zarten Wurzeln der Pflanzen zu aggressiv. Eine Beimischung mit gleichen Teilen einer Topfpflanzenerde behebt das Problem. Darüber hinaus besitzt das derzeit anfallende Laub ideale Eigenschaften, die für den Winterschutz von empfindlichen Pflanzen genutzt werden können.

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