Oh Tannenbaum … Welcher soll es sein?

Jedes Jahr die gleichen Fragen: Welcher Baum und welche Größe? Nordmanntanne, Edeltanne, Fichte oder vielleicht mal eine Kiefer? Und wie mache ich den Baum haltbarer?

Tannenbäume: die Qual der Wahl

Immergrüne Pflanzen und vor allem Nadelbäume sind schon seit vielen Jahrhunderten in verschiedenen Kulturen ein Symbol der Fruchtbarkeit und der Lebenskraft.

Tannenzweige schmückten bereits im Mittelalter die Häuser, um bösen Geistern das Eindringen zu verwehren. Das Grün der Nadeln war schon immer für die Menschen im Winter ein Zeichen der Hoffnung auf den bald wiederkehrenden Frühling.

Tannenbaum schon über fünfhundert Jahre alt

Bereits im 15. Jahrhundert wurden zu Weihachten geschmückte Bäume erwähnt. Zu Neujahr durften die Kinder den Baum schütteln und plündern. Der bis dahin kerzenlose Baum wurde dann ab dem 17. Jahrhundert als ‚Christbaum‘ mit Kerzen versehen – als christliches Symbol der Hoffnung und des Friedens.

Sogar im weit entfernten China oder Australien schmücken heute Weihnachtsbäume nicht nur Hotelhallen, sondern auch öffentliche Plätze und Wohnungen.

Für welchen entscheide ich mich?

In den letzten Tagen sieht man zunehmend Angebote an Weihnachtsbäumen unterschiedlichster Art. Jedes Jahr fragt man sich: Welcher Baum, welche Größe und welche Art soll es sein?

Nordmanntanne als absoluter Favorit

Der absolute Favorit unter den Baumarten ist nach wie vor die Nordmanntanne. Der nicht gerade preiswerte Baum benötigt für eine Höhe von 2,50 m etwa zwölf bis 15 Jahre. Er wird speziell zur Verwendung als Weihnachtsbaum in Plantagen angebaut.

Durch die sehr hohe Nadelfestigkeit (unter bestimmten Voraussetzungen bis zu vier Wochen!) gewann dieser Baum an Beliebtheit. Auch die weichen, glänzend-tiefgrünen und nicht stechenden Nadeln sowie eine gleichmäßige Wuchsform entsprechen dem Geschmack der meisten Käufer.

Die haltbare Edeltanne

Der sehr anspruchsvolle Käufer entscheidet sich für die Edeltanne (auch Nobilis-Tanne genannt).

Die weichen, blaugrünen Nadeln fallen nicht von den Zweigen ab und bieten zusätzlich noch einen sehr intensiven Duft nach Orangen.

Fichte – der preiswerte Baum

Als preiswertester Baum mit der längsten Tradition rangiert die Rotfichte. Sie kann jedoch je nach Raumtemperatur zu Weihnachten schon ziemlich schütter dastehen.

Der Baum schmückt sich mit dunkelgrünen und nur mäßig stechenden Nadeln.

Die Blaufichte

Eine andere imposante Erscheinung mit sehr blau schimmernden Nadeln und einer mittleren Haltbarkeit ist die Blaufichte. Der Preis liegt zwischen Nordmanntanne und Rotfichte. Die starken, etagenförmig gewachsenen Äste sind besonders geeignet für schweren Baumschmuck und für echte Kerzen.

Jedoch Vorsicht, die Nadeln stechen und sind für den Haushalt mit kleinen Kindern weniger geeignet. Der Baum verströmt einen sehr intensiven Duft nach Wald.

Der nicht alltägliche Weihnachtsbaum

Viel zu selten wird die Kiefer als Weihnachtsbaum verwendet. Vor allen Dingen die gemeine Kiefer (auch Föhre genannt) hat wunderschöne Nadeln und einen interessanten Wuchs.

Der ungewöhnliche Weihnachtsbaum bleibt in der Wohnung lange frisch.

Der Weihnachtsbaum mit Wurzeln

Der weiterdenkende Gartenfreund kann auf einen ballierten oder auch getopften Baum zurückgreifen. Der Gedanke liegt nahe, den Baum nach dem Fest auszupflanzen und möglicher Weise im nächsten Jahr wieder zu verwenden.

Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass es sich um einen festen Wurzelballen handelt, der in der Lage ist, das Anwachsen im Freiland zu gewährleisten. Diese Bäume sollten nur begrenzte Zeit bis maximal zwei Wochen die Wohnung schmücken, da sonst ein Überleben des Baumes in Frage gestellt ist. Für eine gelegentliche Wassergabe – gerade im warmen Wohnzimmer – ist der Baum sehr dankbar.

Die Haltbarkeit verbessern

Ab wann ein Baum anfängt, seine Nadeln zu verlieren, hängt sehr stark von der Dauer des Aufenthaltes in der Wohnung und der Raumtemperatur ab. Verlängern kann man die Haltbarkeit, indem man nach dem Kauf die Schnittfläche erneuert.

Unmittelbar nach dem Schnitt sollte der untere Teil des Baumes in sauberes Wasser gestellt werden, um somit dem Baum die Aufnahme von Wasser über nicht verharzte und verschmutzte Leitungsbahnen zu ermöglichen. Die Versorgung mit Wasser sollte auch im Anschluss daran im Christbaumständer gewährleistet sein.

Tägliche Kontrollen des Wasserstandes verhindern, dass Luft in die Leitungsbahnen eindringt und somit den Wassertransport zu den Nadeln unterbindet.

Auf gar keinen Fall sollte die Rinde des Baumes im unteren Teil entfernt werden, denn dies verhindert die Aufnahme von Wasser und der Nadelfall wird beschleunigt.

mit Gartenexperte Franz Beckers

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