Geisterbäume durch Gespinstmotten

Sie sind schon sehr auffallend: In dichte weiße Netze eingesponnene Bäume und Sträucher. Verursacht werden die gespenstisch aussehenden Bäume durch den Raupenfraß der Gespinstmotte.

Geisterbäume durch Gespinstmotten

„Geisterbäume“:  Einfach nur zum Gruseln!

Sie sind schon sehr auffallend: In dichte weiße Netze eingesponnene Bäume und Sträucher. Verursacht werden die gespenstisch aussehenden Bäume durch den Raupenfraß der Gespinstmotte. Die bizarr aussehenden Bäume, die mitunter Unbehagen und Ekel auslösen, werden im Volksmund auch als „Geisterbäume“ bezeichnet.

Vorzugsweise an Autobahnen und Straßen, aber auch in Hausgärten, tauchen die eigenartigen Fraßschäden an speziellen Strauch- und Baumarten auf. So ist es vor allen Dingen die Traubenkirsche, die von der Traubenkirschen-Gespinstmotte befallen wird.

Gespinste: Schutz für Raupen

Gespinstmotten sind regelrechte Nahrungsspezialisten, die in unserer Region in fünf verschiedenen Arten schädigen. So sind es vor allen Dingen neben der Traubenkirsche die Pfaffenhütchen, Pflaumenbäume, Apfelbäume und Schlehen, die jeweils von der speziellen Gespinstmotte attackiert werden.

Betrachtet man die eingesponnenen Äste und Stämme etwas genauer, entdeckt man die graugelben bis zu zwei Zentimeter großen, mit dunklen, reihenförmigen Punkten ausgestatteten Raupen. Diese fressen unter dem Schutz des dichten Gespinstes die Bäume und Sträucher völlig kahl.

Ein Teil der Tiere versucht über Abseilen oder abwärts Kriechen neue Futterpflanzen zu finden, was aber in der Regel nicht möglich ist: ein Teil der Raupenkolonie verhungert. Die Gespinste dienen den Raupen Schutz gegen Wind und Wetter und natürlich auch vor Fressfeinden.

Ungefährlich für Menschen

Nach dem Kahlfraß erfolgt die Verpuppung auf dem Baum mit Hilfe der Gespinste, die sich dann durch Witterungseinflüsse auch wieder auflösen. Im Monat Juli oder August schlüpfen die kleinen weißen Falter mit schwarzen Punkten, die eine Größe von zwei Zentimetern Flügelspannweite erreichen.

Das Leben der Schmetterlinge ist mit wenigen Tagen recht kurz und endet mit der Eiablage, die für die nächste Generation im folgenden Jahr.

Auch wenn die gespenstische Attacke dramatisch aussieht, so bedeutet das für die betroffenen Bäume aber nicht das „Aus“. Nach kurzer Zeit erfolgt ein Neuaustrieb, der dann auch nicht mehr befallen wird, denn die Gespinstmotten, die für den Menschen ungefährlich sind, entwickeln nur eine Generation im Jahr.

Tipp: Früh genug eingreifen

Der Hobbygärtner sollte jedoch beim Befall von Gespinstmotten an Apfel- oder Pflaumenbäumen frühzeitig eingreifen, denn ein Ernteausfall wäre die Folge.

Eine Möglichkeit, die gefräßigen Raupen loszuwerden, ist ein frühzeitiges Herausschneiden anfänglich befallener Zweige. Bei einem fortgeschrittenen Befall ist es möglich, natürliche Präparate mit dem Wirkstoff des Neembaumes oder ein spezielles Bakterium, das in dem Wirkstoff Bacillus thuringiensis ist, einzusetzen.

Jedoch ist es bei größeren Bäumen schwierig, eine Benetzung der Blätter, die zur Wirksamkeit erforderlich ist, zu erreichen.

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