Juli Zeh: Neujahr

Die Krise eines Vaters, der zwischen ungeklärten Geschlechterrollen zerrieben wird. Juli Zeh beschreibt in ihrem neuen Roman einen beklemmenden Familienthriller. Der BRF-Buchtipp am 17. September.

Neujahr von Juli Zeh

Cover: Luchterhand Verlag

Romanhelden und -heldinnen dürfen durchaus auch mal Schwäche zeigen – meist sind es die Frauen. Einen überforderten Vater, der von Panikattacken heimgesucht wird, findet man dagegen selten als Hauptfigur in einem Buch. Bestsellerautorin Juli Zeh beschreibt in ihrem neuen Roman „Neujahr“ einen Mann, der es allen recht machen will und dabei die Schattenseiten von Gleichberechtigung und aufgeklärtem Rollenverhalten kennenlernt.

Lanzarote, am Neujahrsmorgen: Henning will mit dem Rad den Steilaufstieg nach Femés bezwingen. Seine Ausrüstung ist miserabel, Proviant nicht vorhanden. Während er gegen Wind und Steigung kämpft, rekapituliert er seine Lebenssituation. Eigentlich ist alles in Ordnung, die Kinder gesund, der Job passabel. Aber Henning fühlt sich überfordert. Familienernährer, Ehemann, Vater – in keiner Rolle findet er sich wieder. Seit einiger Zeit leidet er unter Panikattacken, die ihn heimsuchen wie ein Dämon.

Als Henning schließlich völlig erschöpft den Pass erreicht, trifft ihn die Erkenntnis wie ein Schlag: Er war als Kind schon einmal hier in Femés. Damals hat sich etwas schreckliches zugetragen – etwas so Schreckliches, dass er es bis heute verdrängt hat, weggesperrt irgendwo in den Tiefen seines Wesens. Jetzt aber stürzen die Erinnerungen auf ihn ein und er begreift: Was seinerzeit geschah, verfolgt ihn bis heute noch.

In ihrem neuen Bestseller „Neujahr“ stellt Juli Zeh die existentielle Frage, ob unser Leben bereits in der Kindheit entschieden wird oder ob wir selbst es sind, die über Glück und Unglück entscheiden. Ebenso geht es um die Krise eines Mannes, der zwischen ungeklärten Geschlechterrollen zerrieben wird.

Pressestimmen

„Weil beides, der Thriller und die Gesellschaftsanalyse, hier so dicht ineinandergreifen, ist ‚Neujahr‘ vielleicht Juli Zehs bislang bestes Buch.“ Süddeutsche Zeitung

„Mit ‚Neujahr‘ erbringt Juli Zeh den Beweis, dass sich gute Unterhaltung problemlos mit inhaltlichem Tiefgang und literarischer Qualität verbinden lässt.“ Radio SRF 2 Kultur

„Eine hochkonzentrierte und kompakte Geschichte mit fesselnder Dynamik und einem Aha-Effekt, der es in sich hat.“ SWR2

Autorin

Juli Zeh

Juli Zeh auf Lanzarote (Bild: Peter von Felbert)

Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, studierte Jura in Passau und Leipzig. Schon ihr Debütroman „Adler und Engel“ (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Ihr Gesellschaftsroman „Unterleuten“ (2016) stand über ein Jahr auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.

Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Rauriser Literaturpreis (2002), dem Hölderlin-Förderpreis (2003), dem Ernst-Toller-Preis (2003), dem Carl-Amery-Literaturpreis (2009), dem Thomas-Mann-Preis (2013), dem Hildegard-von-Bingen-Preis (2015) und dem Bruno-Kreisky-Preis (2017) sowie dem Bundesverdienstkreuz (2018).

Mehr Infos auf der Homepage von Juli Zeh.

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Buchdetails

Juli Zeh: Neujahr
192 Seiten – 20,00 Euro
ISBN 978-3-630-87572-9
neu erschienen im Luchterhand Verlag

Alle Bücher unseres BRF1-Buchtipps sind bei Logos und Thiemann erhältlich.
Buchtipp-Redakteurin: Biggi Müller

Biggi Müller

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