Takis Würger: Stella

Berlin im Jahr 1942. Eine Geschichte über Angst und Hoffnung - und über die Entscheidung, sich selbst zu verraten oder seine Liebe. Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht. Der BRF-Buchtipp am 21. Januar.

Takis Würger: Stella

Hörbuchcover: Random House Audio Verlag

In Deutschland ist gerade eine Literaturdebatte entbrannt. Dabei geht es um den neuen Roman des Spiegel-Reporters Takis Würger mit dem Titel „Stella“. In Stella widmet sich Würger, der durch seinen Debütroman „Der Club“ preisgekrönt ist, dem Berlin im Jahr 1942. Eine Zeit, deren Themen mit viel Sensibilität angefasst werden müssen. Takis Würger war sich bewusst, dass seine fiktive Liebesgeschichte, die auf der realen Person Stella Goldschlag basiert, eine Debatte auslösen würde. Mit derart heftigen und scharfen Diskussionen hat der 33-jährige Journalist allerdings nicht gerechnet. Kritiker nennen das Buch „Gräuel im Kinderbuchstil“ oder gar „Nazischnurre mit Fertigfiguren“, der Norddeutsche Rundfunk machte „Stella“ zu einem „Buch des Monats“ und manche Redakteure wollen das Buch gar nicht erst lesen. Wir haben uns entschlossen, es vorzustellen und das Urteil darüber unseren Hörern zu überlassen.

Der Ich-Erzähler Friedrich kommt aus gut behütetem Haus am Genfer See nach Berlin. In einer Kunstschule trifft er auf Kristin, die den stillen Mann in ihre Nächte in geheimen Jazzclubs mitnimmt. Sie trinken Cognac und Kristin gibt ihm seinen ersten Kuss. Bei ihr hat Friedrich das Gefühl, dass der Krieg weit weg ist. Eines Morgens steht Kristin an seiner Tür, durch Peitschenhiebe im Gesicht verletzt und eröffnet ihm, dass sie nicht die Wahrheit gesagt hat. Ihr Name ist nicht Kristin, sondern Stella und sie ist Jüdin. Die Gestapo hat sie enttarnt und zwingt sie zu einem unmenschlichen Pakt: Stella soll untergetauchte Juden verraten…

In ‚Stella‘ spielt auch der erst kürzlich verstorbene Sportjournalist Noah Klieger eine Rolle als Boxer. 1942 wurde er im besetzten Belgien als Mitglied einer jüdischen Untergrundorganisation verhaftet. Er hatte Auschwitz überlebt, weil er vorgetäuscht hatte, Boxer zu sein. Im Lager sollte eine Boxmannschaft die Soldaten mit Kämpfen unterhalten. Klieger hatte zwar alle Kämpfe verloren, aber nicht sein Leben. Im Dezember 2018 starb er 92-jährig in Tel Aviv.

‚Ich glaube jeder Autor, der eine fiktive Liebesgeschichte schreibt, die im Berlin des Jahres 1942 spielt, ist sich bewusst, dass dieser Stoff sensibel behandelt werden muss – und dass so ein Roman das Potential hat, eine Debatte auszulösen. Damit habe ich gerechnet. Die Schärfe der Diskussion hat mich überrascht“, sagt Autor Takis Würger im Interview mit dem Tagesspiegel.

Takis Würger liest im Rahmen der lit.Cologne am 28. März 2019 in Köln.

Pressestimmen

„Takis Würgers umstrittener Roman „Stella“ verrät nicht nur die Stimmen der Toten an die Maschinerie des Liebesromans. Er wirft auch die Frage auf, ob die Judenvernichtung zum beliebig nutzbaren Material wird.“ Süddeutsche Zeitung

„Takis Würger will sich mit einem Holocaust-Roman profilieren, bringt aber nur Kitsch hervor. Wäre er nur eine Peinlichkeit, könnte man den Roman „Stella“ durch Nichtbeachtung bestrafen. Er ist aber ein Machwerk von der übleren Sorte.“ Neue Züricher Zeitung

Autor

Autorenbild: Anita Back

Takis Würger, geboren 1985, berichtet als Journalist für das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ unter anderem aus Afghanistan, Libyen und dem Irak. Mit seinen Reportagen gewann er zahlreiche Preise, darunter den Deutschen Reporterpreis und den CNN Journalist Award.

Mit 28 Jahren ging er nach England, um an der Universität von Cambridge Ideengeschichte zu studieren. 2017 erschien sein Debütroman „Der Club“, der für den aspekte-Literaturpreis nominiert war und mit dem Debütpreis der lit.Cologne ausgezeichnet wurde.

Gewinnspiel

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Buchdetails

Takis Würger: Stella
gelesen von Valery Tscheplanowa und Robert Stadlober
ungekürzte Lesung – vier CDs (zirka fünf Stunden) – 20,00 Euro
ISBN 978-3-8371-4643-1
neu erschienen im Random House Audio Verlag
Originalverlag: Hanser

Alle Bücher unseres BRF1-Buchtipps sind bei Logos und Thiemann erhältlich.
Buchtipp-Redakteurin: Biggi Müller

Biggi Müller

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